Mercedes will Tesla Konkurrenz machen [1:27]

Einstellen Kommentar Drucken

Mit dem EQC stellten die Stuttgarter in der schwedischen Hauptstadt ihr erstes rein elektrisch betriebenes Serienmodell vor und eröffneten damit die Jagd auf Tesla und Jaguar.

Der EQC soll ab Mitte kommenden Jahres auf die Straße kommen. Doch beantwortet der Neue auch die Frage nach der Reichweite angemessen? "Jetzt legen wir den Schalter um", sagte Daimler-Boss Zetsche kämpferisch. Dank einer ausgeklügelten Betriebsstrategie ist eine elektrische Reichweite von über 450 km nach NEFZ möglich. Hinzu kommt die hohe Fahrdynamik dank zweier Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse mit zusammen 300 kW Leistung. Die gestreckte Dachlinie und die Scheibengrafik mit einer tief positionierten Bordkante und dem coupéhaften Dacheinzug am Heck positionieren ihn optisch zwischen einem SUV und einem SUV-Coupé.

Prägnantes Merkmal der Front ist die grosse Black-Panel-Fläche, die die Scheinwerfer und den Grill umschliesst. Das SUV ist das erste "richtige" Elektroauto von Daimler, das von Anfang an dafür konstruiert wurde.

Der Wagen ist bis zum Anschlag aufgeladen - mit Strom, vor allem aber mit Erwartungen. Die Lüftungsdüsen sollen mit ihrer breiten Form an Leiterplatten erinnern. Aus seiner Sicht dürfte so manche neue Firma, die im Zuge des Hypes um E-Fahrzeuge entstanden ist, die Komplexität hinter der Autoproduktion unterschätzt haben. Sie sitzen jeweils an der Vorder- sowie an der Hinterachse. Mit einem maximalen Drehmoment von 765 Nm ist nach 5,1 Sekunden die 100-km/h-Grenze erreicht. Trotzdem herrscht im Innenraum natürlich ungewöhnliche Stille. Wer die stärkste Rekuperationsstufe wählt, gewinnt nicht nur über die beiden als Generator arbeitenden Achsen am meisten Energie zurück, er spart auch bei den Bremsen. Bei dieser Einstellung werden sie so gut wie nie aktiv werden müssen. Dafür werden Navigationsdaten, Verkehrszeichenerkennung und Informationen der Intelligenten Sicherheitsassistenten (Radar und Stereokamera) vernetzt genutzt.

Bis zu drei Mal schneller als an einer Haushaltssteckdose erfolgt das Laden an einer Mercedes-Benz Wallbox. Das im Werk in Bremen gefertigte und mit Batterien aus dem konzerneigenen Batteriewerk in Kamenz ausgestattete Elektroauto kommt im späten Frühjahr 2019 auf den Markt. Die Ladezeit soll bei einer 110 kW-Station nur 40 Minuten (bis 80 Prozent Leistung) dauern. "Fahrprogramme, Ladestrom und Abfahrtszeit lassen sich ebenfalls über MBUX einstellen., Mercedes me" bietet weitere Dienstleistungen wie zum Beispiel die Steuerung der Vorklimatisierung. Außerdem reagiert die Routenplanung dynamisch auf Änderungen.

Der EQC ist nicht das erste E-Mobil mit Stern (zuvor gab es unter anderem schon die elektrische B-Klasse, B 250 e), und er ist wohl auch nicht das erste speziell auf Elektroantrieb getrimmte Auto - er ist eher ein GLC mit Elektroantrieb. Ein Hilfsrahmen umschließt die im Vorderwagen untergebrachten Antriebskomponenten. Das dürfte außer Daimler auch die Konkurrenz von Audi und BMW interessieren, die bald nachlegen will und muss - auch, um dem kalifornischen Platzhirsch Tesla nicht länger die Schlagzeilen in Sachen Elektromobilität zu überlassen. Mercedes selbst gibt 450 Kilometer Reichweite an. Haben wir bisher nicht akzeptiert, dass geringes Gewicht eines der Entwicklungsziele der Automobilentwickler ist, weil das den Energieverbrauch senkt? Hier kommt ins Spiel, was Daimler-Chef Zetsche mit dem "besten Paket" meint.

Mit Elektroautos in die Zukunft? Und damit glauben wir haben wir kein Verzichtauto sondern ein begeisterndes Fahrzeug, mit dem man Verantwortung zeigen kann.

Leergewicht / Zuladung: min. 2425 kg /max.

Comments