Merkel hocherfreut - Katar will 10 Milliarden Euro zusätzlich in Deutschland investieren

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Katar will rund zehn Milliarden Euro in Deutschland investieren, so der Emir Tamim bin Hamad Al Thani bei einem Treffen mit Kanzlerin Merkel. "Wir wissen ganz genau, wie stark die deutsche Wirtschaft ist", sagte Al Thani. Gleichzeitig lud er deutsche Unternehmen ein, in Katar zu investieren. "Sie finden kompetente Partner und eben auch verlässliche Rahmenbedingungen".

Diesen Bericht können Sie als registrierter Nutzer kostenlos lesen. Die wirtschaftlichen Beziehungen seien aber keine Einbahnstraße, betonte die Kanzlerin.

"Besonders der Energiebereich birgt hier aus meiner Sicht noch erhebliches Potenzial", sagte Merkel. Auch die hiesige Wirtschaft sieht Chancen für bessere Geschäfte, sorgt sich aber wegen der Blockade Katars, vor allem durch Saudi-Arabien. Sie hob vor allem die Produktion von Flüssigerdgas hervor. Im Juni des vergangenen Jahres hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten ihre Beziehungen zu Katar abgebrochen, weil sie dem Emirat die Unterstützung von Terroristische Gruppen und zu enge Beziehungen zu Saudi-Arabiens Erzfeind Iran vorwerfen.

Katar ein Terrorfinanzier?Tatsächlich räumt die katarische Regierung ein, die palästinensische Hamas zu unterstützen, die als Terrororganisation gilt. Katar ist bereits der größte Exporteur von Flüssiggas und will seine Produktionskapazitäten weiter ausbauen. Diese Investitionen seien in der Bundesrepublik "sehr willkommen". Gerade vor dem Hintergrund der Krise sollten die Chancen zum Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen genutzt werden.

Während der Veranstaltung unterzeichneten der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Qatari Businessmen Association (QBA) eine Absichtserklärung über Investitionen.

Der Emir sprach von guten Handelsbeziehungen.

Nicht besonders gut dürfte die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in Saudi-Arabien ankommen. Das saudische Königshaus ist ohnehin schon seit fast einem Jahr massiv verärgert über Deutschland, was auch deutsche Unternehmen zu spüren bekommen. Riad zog daraufhin seinen Botschafter aus Berlin ab.

Am Mittwoch erklärte der Chef von Qatar Petroleum ausserdem, den Aufbau eines ersten deutschen Hafens für Flüssiggas (LNG) voranbringen zu wollen. Das kommt für die Bundesregierung aber nicht infrage.

Der Golfstaat Katar wiederum befindet sich seit mehr als einem Jahr in einem Konflikt unter anderem mit Saudi-Arabien.

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