Wirtschaft :: Gerüchte über Ausstieg von HNA drücken Deutsche-Bank-Aktie

Einstellen Kommentar Drucken

Verliert die Deutsche Bank einen ihrer Großaktionäre? Das "Handelsblatt" zitierte einen anonymen Mitarbeiter von HNA mit den Worten: "Mit dem Verkauf des Deutsche-Bank-Anteils beweisen wir, dass wir die Botschaft verstanden haben". Der Aktienkurs der Deutschen Bank fiel zunächst nach dieeser Nachricht im frühen Freitaghandel um mehr als 1 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli, erholte sich dann aber wieder.

HNA war erst Anfang des vergangenen Jahres zum Hauptaktionär der Deutschen Bank aufgestiegen.

Neu sind die Sorgen um HNA nicht - schließlich hat der Konzern bei seiner weltweiten Einkaufstour in den vergangenen Jahren einen Schuldenberg angehäuft. Der Konzern arbeitet derzeit daran, die Geldnöte über milliardenschwere Immobilien- und Anteilsverkäufe zu lindern. Offenbar hatten die chinesischen Machthaber bei einem Treffen im Juni dem HNA-Vorstandsvorsitzenden Chen Feng nahegelegt, sich künftig auf das Kerngeschäft Luftfahrt und Tourismus zu konzentrieren, um weiterhin mit einer finanziellen Unterstützung der Regierung rechnen zu können. Das berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. HNA hielt zuletzt 7,6 Prozent am größten heimischen Geldhaus. Nach einem Ausstieg von HNA verblieben nach jetzigem Stand mit dem Emirat Katar, dem US-Finanzinvestor Cerberus und der weltgrößten Fondsgesellschaft Blackrock drei Großaktionäre übrig.

Bereits im April hatte HNA die Beteiligung an Deutschlands größtem Geldhaus auf weniger als 8 Prozent reduziert. Mit C-Quadrat-Gründer Gerd Alexander Schütz sitzt auch ein Vertreter der Chinesen im Aufsichtsrat des Dax-Konzerns. Die Schweizer Großbank UBS unterstützt quasi als Hausbank. Im Fall eines Verkaufs der Aktien sollten somit die negativen Auswirkungen auf den Kurs der Deutschen Bank begrenzt bleiben.

Struktur und Finanzierung der HNA-Beteiligung an der Deutschen Bank standen von Anfang in der Kritik. Dass sich HNA mit Hilfe von Derivaten gegen Kursverluste absicherte, brachte den Chinesen den Vorwurf ein, die Deutsche Bank nur als Spekulationsobjekt zu sehen.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag?

Comments