Italien protestiert gegen Österreichs Vorhaben in Südtirol

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Das italienische Außenministerium hat die Pläne Österreichs zur Einführung der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler als "unangebracht" bezeichnet.

"Umso wichtiger ist es daher, dass nun auch Landeshauptmann Kompatscher endlich der italienischen Regierung deutlich signalisiert, dass Südtirol die doppelte Staatsbürgerschaft offiziell wünscht und Österreich in der Umsetzung unterstützt".

Man habe erfahren, dass eine Regierungskommission in Wien bereits an einem Gesetzestext arbeite, wonach alle deutsch- und ladinischsprachigen Bewohner der Provinz die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten könnten, hieß es aus Rom.

Die Regierung in Wien hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, den deutschsprachigen Südtirolern die österreichische Staatsangehörigkeit geben zu wollen. Die Südtiroler Regierung begrüßte die Pläne.

Auch in der Nachbarprovinz Trient ist das Vorhaben der Ösis auf großes Interesse gestoßen.

Bereits damals hatte das Vorhaben der österreichischen Regierung für Empörung in Italien gesorgt.

Diesen Dialog hat es wohl in Anbetracht der heftigen italienischen Reaktion nicht gegeben.

Rom. Südtirol gehört seit dem Ende des Ersten Weltkriegs nicht mehr zu Österreich. Noch heute haben 70 Prozent der Südtiroler Deutsch als Muttersprache. Ladinisch ist eine weitere in der Provinz gesprochene Sprache. Dort hat es den Status einer autonomen Provinz.

Es sei ein ungewöhnlicher Vorgang, dass die österreichische Regierung als gegenwärtige EU-Ratsvorsitzende ein Gesetzesvorhaben vorantreibe, das dazu angetan sei, "Zwietracht zu schüren", statt "sich auf Taten zu konzentrieren, die einen und die gegenseitige Eintracht zwischen den Ländern fördern", schrieb das Ministerium in einer Pressemitteilung. Und weiter: "Die Initiative ist im Übrigen auch wirklich sonderbar, wenn man bedenkt, dass mit dem Ziel, die Bürger der EU-Mitgliedsstaaten zu vereinen, schon die entsprechende europäische Staatsbürgerschaft existiert, wie es die Aufschrift auf allen Pässen zeigt", so das Ministerium.

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