Syrische Regierung startet heftige Angriffe auf Idlib

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Der syrische Staatschef Bashar al-Assad hat am Rande von Idlib eine große Zahl von Truppen zusammengezogen. Die Luftabwehr des Assad-Regimes will davon mehrere abgefangen haben. Eine Sprecherin der israelischen Armee wollte sich hierzu nicht äußern. Damit scheint nun zumindest für eine begrenzte Offensive Syriens gegen Idlib der Weg frei zu sein.

Der russische Präsident Wladimir Putin (li), der iranische Präsident Hassan Ruhani und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan stehen vor ihrem Gespräch im Rahmen des Syrien-Gipfels nebeneinander. Die Zivilisten könnten "in eine sehr schwierige Situation geraten". Es seien die schwersten Luftangriffe auf die Rebellenprovinz seit einem Monat gewesen, heißt es von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Nach Angaben des Zivilschutzes wurden mindestens drei Zivilisten in dem Dorf Abdeen im Süden der Provinz getötet. Die Angaben sind meist nicht unabhängig überprüfbar.

Idlib ist laut Moskau "ein Nest von Terroristen". Es sei aber nicht hinnehmbar, "wenn unter dem Vorwand, die Zivilbevölkerung zu schützen, Terroristen aus der Schusslinie genommen werden und der syrischen Regierungsarmee geschadet wird", sagte er. Ein Datum für die Offensive nannte er nicht.

Idlib im Nordwesten Syriens ist die letzte große Rebellenhochburg in dem Land, in dem seit sieben Jahren ein verheerender Bürgerkrieg tobt. Stattdessen bekräftigten die drei Staaten in ihrer Abschlusserklärung den Willen, Gruppen mit Verbindung zu Al Qaida oder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu zerstören. Ankara befürchtet, dass es bei einem rabiaten Militäreinsatz in Idlib zu einem Ansturm von Migranten in Richtung türkische Grenze kommt.

Die Türkei bemühe sich seit Anbeginn das Blutvergießen zu beenden, sagte Erdogan und führte weiter wie folgt aus: "Wir setzen uns für all unsere syrischen Schwestern und Brüdern, ohne einen Unterschied zu machen".

Idlib liegt nur etwa 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Die Türkei ist die Schutzmacht der Rebellen.

Walais Organisation im Grenzgebiet, die unter anderem Feldküchen betreibt, bereitet sich unterdessen auf den schlimmsten Ernstfall in Idlib vor. Der Westen ist aufgrund der Pläne und früheren blutigen Offensiven auf Rebellengebiete in Aleppo oder Ost-Ghuta alarmiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat erstmals explizit Unterstützung für einen russischen und syrischen Militäreinsatz in Syrien geäußert. "Lasst das nicht zu!", schrieb Trump. "Deshalb müssen wir eine humanitäre Katastrophe vermeiden". Beobachter rechnen damit, dass sich dort das Schicksal Idlibs entscheiden könnte.

Die Türkei will diesem Blutbad an Zivilisten nicht tatenlos zusehen.

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