"Wochenende des Widerstands" - NRW-Grüne verlegen Parteitag an Hambacher Forst

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Die Polizei soll im Hambacher Forst auf ausgeklügelte Tunnelsysteme gestoßen sein, wie die Rheinische Post am Samstag berichtete. Bis zum Nachmittag blieb im Wald alles friedlich. Dabei seien keine größeren Störungen zu erwarten, sagte ein Polizeisprecher am Mittag.

Auf dem Weg in den Wald wurden die Demonstranten am Bahnhof Buir von der Polizei für Stunden gestoppt. "Jetzt einen Parteitag am Hambacher Forst abzuhalten, ist kein Beitrag zu der von ihnen geforderten Deeskalation", sagte Reul der "WAZ" (Montag). Da der Hambacher Forst von der Polizei als "gefährlicher Ort" eingestuft wurde, mussten die Demonstranten ihre Personalien angeben und sich durchsuchen lassen, sagte die Polizeisprecherin. Polizisten standen um sie herum. Ein Bündnis der im Hambacher Forst vertretenen Protestinitiativen bezeichnete die Einsätze am Donnerstag hingegen als Beginn der Rodungen und kündigte den Start einer bundesweiten Mobilisierung ab Freitag an. Einige kehrten um und fuhren zurück. Van Doren bezog sich auf den anhaltenden Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung und die geplanten Rodungen von Teilen des Hambacher Forsts, die in Kürze starten sollen. Mitarbeiter hatten unter starkem Polizeischutz Barrikaden, Möbelstücke und vieles mehr aus dem Wald abtransportiert, den Aktivisten in Baumhäusern besetzt haben. Als Waldbesitzer sei RWE zum Beispiel verpflichtet, Rettungswege freizuhalten. Zudem gibt es Vorkommen geschützter Arten wie der Bechsteinfledermaus.

Daran änderte auch die Meldung nichts, die wenige Minuten nach der Ausrufung des "Tag X" vom BUND verbreitet wurde: Das Unternehmen RWE, das den Wald wegen des Tagebaus Hambach fällen will, habe gegenüber dem Oberverwaltungsgericht Münster eine "Stillhaltezusage" gegeben: Da es in der Sache noch ein Klageverfahren gibt, sicherte das Unternehmen zu, nicht vor dem 14. Oktober mit Rodungen beginnen zu wollen. Braunkohle ist deutlich weniger energiereich als Steinkohle und wird für die Kraftwerke deshalb in sehr großen Mengen benötigt.

Die Aktivisten hatten vor dem Wochenende angekündigt, sich aus Protest gegen die Rodungspläne des Energiekonzerns RWE erneut auf den Weg in das Braunkohlerevier zu machen.

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