Mazedonien - Merkel zu Gast in Skopje

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Mazedonier vor dem für den 30. September geplanten Referendum über den Staatsnamen unter Druck gesetzt. Sie wolle sich nicht in die inneren Angelegenheiten Mazedoniens einmischen, wisse aber aus eigener Erfahrung, "dass sich historische Chancen nicht alle Tage ergeben", sagte Merkel ihren Gastgebern und fügte an: "Wir haben aus deutscher Sicht, aus europäischer Sicht, ein großes Interesse an einer stabilen Region". Mazedonien soll sich nach einer im Juni erzielten Einigung in "Republik Nord-Mazedonien" umbenennen, weil der alte Name bei Athen Befürchtungen geweckt hatte, Mazedonien könnte Gebietsansprüche auf eine gleichnamige nordgriechische Provinz erheben. Die Volkswirtschaft Mazedoniens gehört zu den schwächsten in Europa.

Nach dem mazedonischen Referendum muss noch das griechische Parlament dem Abkommen zustimmen. Sie glaube an einen "positiven Ausgang" und ein "erfolgreiches Referendum".

Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Athen.

Das Nachbarland Griechenland blockierte bislang eine Aufnahme Mazedoniens in Nato und EU. Es gebe einen intensiven Austausch beider Länder.

Der US-Präsident hat sich für die Namensänderung Mazedoniens eingesetzt. "Die Vereinigten Staaten sind bereit, Mazedonien zu unterstützen", schrieb Trump weiter. Der ist zwar ein Gegner der Umbenennung, hat aber in dem Balkanstaat wenig zu sagen, zumal sein Mandat in wenigen Monaten ausläuft.

Die Parteien der Regierungskoalition haben die Bevölkerung zu einem Ja bei der Volksabstimmung aufgerufen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte am Donnerstag in Skopje ebenfalls für Zustimmung zu dem Abkommen geworben. "Die Tür der Nato ist offen, aber nur die Menschen dieses Landes können sich entscheiden, durch sie hindurchzugehen".

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