Ryanair-Streik: Piloten drohen, dass Mittwoch kein Flieger abhebt

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Wer am kommenden Mittwoch mit Ryanair fliegen will, wird wohl Probleme bekommen. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ver.di hatten zuvor zu einem 24-Stunden-Streik ab Mittwoch aufgerufen.

Der Streik soll Ryanair nach dem Willen der Gewerkschaften hart treffen. "Es wird für Ryanair am Mittwoch sehr schwierig, noch Flugzeuge aus Deutschland zu bewegen", sagte der Sprecher der Vereinigung Cockpit, Markus Wahl, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die irische Billigfluglinie Ryanair streicht wegen des geplanten Streiks von Piloten und Flugbegleitern nun doch zahlreiche Flüge. Die Bezahlung der Ryanair-Piloten sei besser sei als bei anderen Airlines, deren Mitarbeiter von VC vertreten werden.

VC und Verdi haben für morgen einen ganztägigen Streik angekündigt. Wie beim ersten Arbeitskampf Mitte August geht es erneut um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der bislang ohne Tarifvertrag fliegenden Piloten des größten Billigfliegers in Europa.

Zwischenzeitlich hat das Unternehmen mit den nationalen Pilotengewerkschaften in Italien und Irland separate Abschlüsse getroffen, die aber der deutschen VC offenkundig nicht ausreichen. Sie seien nicht umfassend genug und könnten nicht als Blaupause für eine Lösung in Deutschland dienen, erklärte die VC in Frankfurt. Es folgte der erste 24-stündige Ausstand der deutschen Ryanair-Piloten - zusammen mit dem Cockpit-Personal aus weiteren europäischen Ländern.

Vom Streik betroffen sind alle Verbindungen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Wie viele und welche Flüge genau aber ausfallen, war am Dienstagmorgen noch nicht bekannt.

Unter den Piloten gibt es nach VC-Einschätzung etwa ein Drittel, das nicht direkt bei Ryanair angestellt ist und daher nicht mitstreiken kann. Auch die österreichische Laudamotion musste eine Reihe von Flügen absagen, da sie auf Leihmaschinen der Ryanair angewiesen ist. Sie forderte ihre Beschäftigten auf, am Mittwoch wie gewohnt zur Arbeit zu erscheinen. Es wurden dadurch etwa 400 Verbindungen abgesagt - ein Sechstel der Europa-Verbindungen an diesem Tag. Betroffen waren rund 55 000 Passagiere. Dies hatte die Fluglinie selbst mitgeteilt.

Wie begründen die Gewerkschaften den Streik?

"Trotz des deutlichen Zeichens durch den Streik Anfang August, herrscht immer noch Stillstand am Tariftisch. Wir erwarten endlich Lösungen", so Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit.

Ryanair hatte zuletzt ein Angebot zu einer Schlichtung gemacht. Jedoch konnten sich die beiden Parteien nicht auf einen Schlichter einigen. Laut VC beharrte das Management auf einem Mediator aus Irland, der nicht über die für Deutschland notwendigen Rechtskenntnisse verfüge. Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat dazu aufgerufen. "Dazu kommen schlechte Arbeitsbedingungen und ein massiver Druck auf die Beschäftigten", kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle in einer am Montagabend in Berlin verbreiteten Erklärung.

VC wendete sich an alle festangestellten Piloten, die an Ryanair-Stationen in Deutschland beschäftigt sind.

Verdi-Verhandlungsführerin Mira Neumaier nannte das Tarifangebot für die Flugbegleiter nach zwei Verhandlungsrunden völlig unzureichend. "Es sieht für die Jahre 2018 und 2021 keine Erhöhungen vor, für 2019 die Umwandlung einer bestehenden Leistungsprämie sowie eine Erhöhung pro Flugstunde um lediglich 50 Cent und eine Erhöhung der Entgelte in 2020 um 41 Euro pro Monat", heißt es in der Mitteilung.

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