In Russland wurden mehr als 150 Demonstranten festgenommen

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Die Beliebtheitswerte für den russischen Präsidenten Wladimir Putin sind allerdings wegen der Rentenpläne der Regierung in jüngster Zeit massiv eingebrochen. Die meisten Kundgebungen gegen die Anhebung des Rentenalters wurden demnach untersagt.

Kremlkritiker Alexej Nawalny hatte im Internet dazu aufzugerufen, am landesweiten Wahltag gegen die umstrittene Rentenreform der Regierung zu demonstrieren. Eigentlich wollte Nawalny den Protest in Moskau selbst anführen.

An den ebenfalls gestern stattfindenden Regional- und Kommunalwahlen beteiligten sich nur wenige Menschen. Petersburg, Jekaterinburg im Ural oder Omsk in Sibirien auf die Straße. In Moskau kam es laut OWD-Info in einigen Wahllokalen zu Rangeleien zwischen Wahlbeobachtern und Hilfspolizisten.

Putin hatte angesichts sinkender Umfragewerte Ende August Zugeständnisse in der Rentenfrage gemacht. Diese liegt für Männer in Russland bei 66 Jahren, bei Frauen beträgt sie 77 Jahre. Es wird damit gerechnet, dass bei einer insgesamt niedrigen Wahlbeteiligung in den meisten Fällen kremltreue Kandidaten und Kandidatinnen das Rennen machen werden. Er verbüßt aber derzeit eine 30-tägige Haftstrafe wegen des Verstoßes gegen das Demonstrationsgesetz.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Wahl des Bürgermeisters von Moskau, eine der wichtigsten Machtpositionen im Land.

Es ist die erste Anhebung des Rentenalters in Russland seit fast 90 Jahren.

Die Wiederwahl des kremltreuen Amtsinhabers Sergej Sobjanin gilt aber als sicher; seine vier Konkurrenten haben keine realistischen Aussichten auf Erfolg. Bei der Wahl vor fünf Jahren gewann der heute 60-jährige Politiker der Kreml-Partei Einiges Russland nur knapp gegen Nawalny.

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