Warenhauskonzerne: Kaufhof und Karstadt besiegeln Fusion

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Die beiden traditionsreichen Kaufhausketten Karstadt und Kaufhof schließen sich zusammen. Kaufhof dagegen kämpft seit der Übernahme durch die kanadische Hudson's Bay Company (HBC) 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. In Wiesbaden und Darmstadt etwa brauche man eigentlich nicht zwei Warenhäuser, sagt die Einzelhandelsexpertin. Bleiben alle bestehen? Falls ja, hätte Karstadt/Kaufhof eine große Marktmacht. Doch der Plan schlug fehl, Kaufhof litt unter schwindenden Umsätzen und Verlusten. Am Dienstag wurde der gigantische Warenhaus-Deal offiziell bekannt gegeben. Der Manager betonte, die beiden zuletzt schwächelnden Partner hätten "eine ideale Lösung gefunden, um sich im umkämpften deutschen und europäischen Einzelhandelsmarkt erfolgreich zu positionieren". Auch eine Reihe von Internet-Plattformen wie Karstadt.de und Kaufhof.de gehen mit in die Warenhaus-Ehe. Zum Vergleich: Allein der Online-Markführer in der Bundesrepublik, Amazon.de, fuhr nach Zahlen des Kölner EHI-Instituts und von Statista im vergangenen Jahr einen Retail-Umsatz von 8,8 Milliarden Euro ein.

Offiziell ist von einer "Fusion unter Gleichen" die Rede. In der Kaufhof-Belegschaft jedoch gibt es Ängste vor einem erheblichen Sttellenabbau. Die Verträge zwischen HBC und Signa wurden bereits unterschrieben. Zudem sind Filialschließungen wahrscheinlich. Potential gibt es auch in der Logistik und beim Einkauf, denn die Fusion und die damit einhergehende Bündelung von Einkaufsmacht dürfte es Kaufhof und Karstadt ermöglichen, bessere Konditionen von den Lieferanten zu bekommen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte Signa und HBC aufgefordert, die Mitarbeiter in ihre Verhandlungen einzubinden. "Wenn das Konzept stimmt, können Doppelstandorte sogar eine Stärke sein", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. "Wir fordern eine Standortsicherung, eine Beschäftigungssicherung und eine tarifliche Bezahlung".

Ohnehin stehe hinter der Fusion nach seiner Einschätzung nicht die Absicht, viele Warenhäuser zu schließen, sondern Kosten für Verwaltung und Marketing zu sparen und günstiger einkaufen zu können, sagt Stoll im Gespräch mit der FR. Kartellamtspräsident Andreas Mundt kündigte bereits an, die Fusionspläne auf jeden Fall genau unter die Lupe zu nehmen: "Wir stellen uns auf ein extrem umfangreiches und aufwendiges Verfahren ein".

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