Polen - Trump und Duda üben scharfe Kritik an Nordstream 2

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Deswegen habe sich Polen für den Import von Flüssiggas aus den USA entschieden.

Zuvor hatte der finnische Präsident Sauli Niinistö in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" verraten, warum sein Land eine Nato-Mitgliedschaft zur Zeit nicht für nötig halte und warum er keine unmittelbare Bedrohung aus Russland erkenne. Und von denen, die es ermöglicht haben.

Ohne das Zwei-Milliarden-Dollar-Preisschild und den scherzhaften Vorschlag, eine mögliche US-Militärbasis in Polen "Fort Trump" zu nennen, hätten weder der Besuch des polnischen Präsidenten im Weißen Haus noch die Reaktion von US-Präsident Donald Trump Schlagzeilen gemacht.

Trump sagte, er glaube, die polnischen Ängste vor einer russischen Aggression bestünden zu recht. Es sei "eine schlechte Sache" für die Menschen in Deutschland.

Es sollte locker und spontan wirken, doch die Beobachter waren sich einig, dass Andrzej Duda seine Bemerkung auf der Pressekonferenz im Weißen Haus gut einstudiert hatte: "Wir können den Stützpunkt auch Fort Trump taufen", sagte der 46-lährige Präsident Polens und meinte damit eine künftige ständige Basis von US-Soldaten in seinem Land. Kein Land dürfe von einem einzigen ausländischen Staat für seine Energieversorgung abhängig sein.

Duda kritisierte den Bau von Nordstream mit ebenso scharfen Worten. Die Pipeline bedeute "eine riesige Bedrohung" für die Energiesicherheit Polens. Polen würde laut Szatkowski nicht mehr als Pufferzone betrachtet, was dem Land ein wahres Gefühl der Sicherheit verliehe.

Die USA und Polen seien einer diversifizierten Energieversorgung für Europa "tief verpflichtet", sagte Trump.

Der US-Kongress hat das Pentagon damit beauftragt, bis spätestens 1. März 2019 eine Machbarkeitsstudie vorzulegen und dabei auch die Frage zu beantworten, ob denn eine permanente Stationierung von US-Truppen in Polen überhaupt im Interesse der USA liegt. Es wird spekuliert, dass die USA auch über Sanktionen versuchen könnten, die Fertigstellung zu verhindern oder zu verzögern. Von dort soll den Plänen zufolge amerikanisches Gas auch in andere Länder Europas weitervertrieben werden. US-Präsident Donald Trump verdrehte zwar die Augen, nickte. Über den Verkaufspreis des über den Atlantik verschifften Gases herrscht Stillschweigen.

Bereits während seines Europabesuchs im Juli hatte Trump gepoltert, Deutschland sei wegen seiner Abhängigkeit bei Gaslieferungen ein "Gefangener Russlands". Tatsächlich sind es nach offiziellen deutschen Angaben 23 Prozent.

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