Tansania: Fährunglück am Victoriasee fordert 44 Tote

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Das berichtete der staatliche Radiosender TBC Taifa am Freitag unter Berufung auf den tansanischen Polizeichef, Simon Sirro.

Professionelle Taucher seien aus der Hafenstadt Daressalam sowie aus der Nachbarregion Mara am Victoriasee eingetroffen, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen. 37 Menschen seien gerettet worden, teilte die Agentur Temesa am Donnerstag mit, die für die Wartung der Fähren des Landes zuständig ist.

Mehr als hundert Menschen sind bei einem Fährunglück ums Leben gekommen. Augenzeugen zufolge war das Schiffs heillos überladen. Rumpf und Schiffsschrauben ragten noch aus dem Wasser. Im Jahr 1996 etwa waren beim Untergang einer Fähre im tansanischen Teil des Sees schätzungsweise tausend Menschen ertrunken. Augenzeugen sagten der Nachrichtenagentur AFP, die Passagiere hätten an Deck zu einer Seite gedrängt, als sich das Boot dem Anleger näherte.

Der Chef des Distrikts Ukerewe, George Nyamaha, sagte, an Bord seien mehr als hundert Menschen gewesen, als die Fähre sank. Zudem hatte die "MV Nyerere" Säcke mit Mais, Bananen und Zement geladen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb an Magufuli: "Ich möchte Ihnen und den Bürgerinnen und Bürgern Tansanias meine aufrichtige Anteilnahme und mein tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken". "Sie waren zum Markt in Bugolora gefahren, um eine Schuluniform und andere Sachen für das neue Schuljahr zu kaufen". Er rief seine Landsleute auf, "in diesen schwierigen Zeiten Ruhe zu bewahren", wie sein Sprecher Gerson Msigwa sagte. Die Unglücksursache war zunächst nicht bekannt, allerdings sind überladene Schiffe immer wieder Ursache für Unglücke in dem Gebiet.

Die Opposition warf der Regierung "Nachlässigkeit" vor.

Das Schiff war auf dem grössten See Afrikas zwischen Bugolora und der Insel Ukara unterwegs, als es kenterte.

Mit einer Fläche von rund 68.800 Quadratkilometern ist der Victoria-See einer der größten Seen der Erde.

Der Victoriasee liegt in Tansania, Uganda und Kenia.

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