Porsche wirft Diesel komplett über Bord

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Berlin - Porsche steigt als erster deutscher Autokonzern aus dem Diesel aus. Das bestätigte Porsche gegenüber dem SWR. "Von Porsche wird es künftig keinen Diesel mehr geben", sagte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume der Zeitung "Bild am Sonntag".

Gemeint ist der Diesel-Skandal um manipulierte Abgaswerte. Porsche habe "nie selbst Dieselmotoren entwickelt und produziert", dennoch habe das Image von Porsche gelitten. Man wolle sich künftig auf das konzentrieren, was man gut könne: "Das sind emotionale, leistungsstarke Benziner, Hybride und ab 2019 werden es auch reine Elektrofahrzeuge sein". Für uns als Sportwagenhersteller, bei dem der Diesel traditionell eine untergeordnete Rolle gespielt hat, sind wir zu der Überzeugung gelangt, künftig ohne Diesel auskommen zu wollen.

Als weiteren Grund für den Diesel-Ausstieg nennt Blume die Schärfung des sportlichen Markenkerns. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelte wegen Betrugsverdachts im Konzern zuletzt gegen drei Beschuldigte, darunter den amtierenden Entwicklungsvorstand Michael Steiner. "Einen Benziner kann man da ganz anders auslegen". Porsche hat die Diesel-Motoren in den SUV-Baureihen Cayenne und Macan sowie im Panamera angeboten.

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" steht das Stuttgarter Unternehmen im Verdacht, Manipulationen an Motoren vorgenommen zu haben. Im vergangenen Jahr 2017 habe der weltweite Diesel-Anteil von Porsche bei 12 Prozent gelegen. Bis 2022 würden dafür mehr als sechs Milliarden Euro investiert. Mehrere Städte haben wegen der hohen Belastung an gesundheitsschädlichen Stickoxiden Fahrverbote verhängt, auch vor Gericht ist das Thema gelandet. Dabei könnte nach langem Koalitionsstreit über Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel-Fahrzeuge eine Entscheidung fallen. Bisher lehnen die Hersteller Hardware-Nachrüstungen ab.

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