Trump wettert gegen Iran und China

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Trump wollte sich darüber hinaus auch mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu treffen.

US-Präsident Donald Trump hat bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York eine weltweite Isolation der iranischen Regierung gefordert. Da die USA derzeit turnusgemäß den Vorsitz des Gremiums innehaben, leitete Trump die Sitzung. Die USA arbeiteten darauf hin, dass Länder, die Öl aus dem Iran importierten, diese Einfuhren "bedeutend" zurückfahren. Die verbleibenden Länder des Abkommens - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China - seien weiterhin "entschlossene Unterstützer" des 2015 ausgehandelten Deals. Und dann schaute Russlands Außenminister Sergej Lawrow sparsam. "Das wollen wir nicht, das würde die ganze Region in Flammen setzen".

Trump nahm das Gelächter offenbar gelassen. Wirtschaftlich stünden die USA stärker da als jemals zuvor, sagte der Präsident. Trump verteidigte auch den einseitigen Rückzug der USA aus dem Internationalen Atomabkommen mit dem Iran und die Wiedereinführung von US-Sanktionen. Von Daniel Brössler mehr.

Der chinesische Aussenminister Wang Yi wehrte sich im Sicherheitsrat gegen den Vorwurf. "Wir mischen uns nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ein und werden das auch in Zukunft nicht tun", sagte er. Bezüglich Irans sagte er, dass eine Politik der Sanktionen der falsche Weg sei. Gebraucht werde eine gemeinsame "langfristige Strategie". Ansonsten schlug dem "Amerika-Zuerst"-Präsidenten eisiges Schweigen entgegen". Neue Sanktionen würden am 5. November folgen.

Trumps selbstbewusster Auftritt verdeutlichte auch die wachsende Distanz zwischen den USA und ihren traditionellen Verbündeten, insbesondere Europa. Sein Hauptziel als Staatsoberhaupt sei es, die Souveränität der USA zu schützen, sagte er am Dienstag am UN-Hauptsitz in New York.

Während Trump die angeblichen Erfolge seiner Regierung feierte, legten Zuhörer ihre Stirn in Falten angesichts der parallelen Wirklichkeit, die der Präsident beschrieb.

In seiner Rede vor den Vereinten Nationen hat US-Präsident Donald Trump mit den Erfolgen seiner Regierung geprahlt. Als Trump Deutschland direkt adressierte, zeigten Kameras im Saal auf die deutsche Delegation um Außenminister Heiko Maas, der mit seinen Begleitern verdutzte Blicke austauschte und lächelte. Auf Kritik reagiert er meist mit wütenden Angriffen. Die "quasi universelle" Rechtsprechung der Richter in Den Haag verstoße gegen die "Gerechtigkeit", sagte Trump. Es ist davon auszugehen, dass der übereitle Präsident diese Szene nicht allzu bald vergessen wird.

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