China empört über Trumps Vorwurf der Einmischung in US-Wahlen

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Donald Trump und sein Wahlkampfteam stehen im Verdacht, im Zuge der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2016 eng mit Russland kooperiert zu haben. Doch Trump schießt nicht gegen Moskau, sondern gegen Peking.

US-Präsident Donald Trump hat China erneut Einmischungsversuche bei den Zwischenwahlen vorgeworfen, die in der Mitte der vierjährigen Amtszeit des Präsidenten stattfinden.

"Bedauerlicherweise haben wir herausgefunden, dass China versucht hat, gegen meine Regierung bei den im November bevorstehenden Wahlen 2018 zu intervenieren", sagte Trump. Ohnehin ist das Verhältnis durch den Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften belastet.

Details über die mutmaßliche Wahlmanipulation nannte Trump nicht. Beweise für die Vorwürfe legte er nicht vor.

Chinas Außenminister Wang Yi widersprach den Ausführungen des US-Präsidenten: "China hat das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder immer befolgt". Sein Land habe sich nicht und werde sich nicht in die inneren Angelegenheiten irgendeines Landes einmischen. In den USA prüfen mehrere Ermittler Vorwürfe, dass sich Russland zugunsten von Trump in die Präsidentenwahl 2016 eingemischt hat oder es eine Zusammenarbeit mit seinem Wahlkampf-Team gab. Auch US-Geheimdienstdirektor Dan Coats hatte die Einmischungsversuche am 12. September bestätigt. Die Vereinigten Staaten und China befinden sich seit Monaten in einem Handelskonflikt. Zugleich wurden chinesische Gegenzölle im Volumen von 60 Milliarden Dollar wirksam. Eine Annäherung ist bisher nicht in Sicht. Die Chefredakteurin, Carol Hunter, sagte, es sei nicht überraschend, dass China in ihrer Zeitung Anzeigen schalte: Die Bauern in Iowa seien überproportional von den Folgen von Trumps Handelspolitik betroffen. Er wirft der Volksrepublik unter anderem Marktabschottung, unfaire Beihilfen für die eigene Wirtschaft und Technologie-Diebstahl vor.

Die Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Mittwoch fand unter Leitung Trumps statt, da die USA derzeit den rotierenden Vorsitz in dem mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen innehaben. In der kommende Woche werde US-Vize-Präsident Mike Pence in einer Rede Einzelheiten zu den Vorwürfen bekanntgeben. Trump bezeichnete es als "schrecklichen, einseitigen Deal". Deshalb dürfe das Land niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Der US-Ausstieg aus dem Deal sei eine "ernste Gefahr", erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow.

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