Boris Johnson greift May an und legt eigenen Brexit-Plan vor

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Es biete sich jetzt die Gelegenheit, einen Kurswechsel in den Verhandlungen mit der EU zu vollziehen und dem Potenzial eines Brexit gerecht zu werden.

Theresa May vs. Boris Johnson Boris Johnson gilt als Widersacher von Premierministerin Theresa May. Aber er wird sowohl von Brüssel wie von weiten Teilen der Konservativen Partei abgelehnt.

London. Der britische Ex-Außenminister Boris Johnson hat den Brexit-Kurs von Regierungschefin Theresa May heftig kritisiert und einen alternativen Plan zum Austritt Großbritanniens aus der EU vorgelegt. Die Verhandlungsführung sei "rückgratlos "gewesen und habe dazu geführt, dass Großbritannien Konzessionen gemacht und einer Notfalllösung zugestimmt habe, mit der eine harte Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland verhindert werden soll". May wird in diesem Jahr in Birmingham den Auftritt ihres Lebens hinlegen müssen. May hatte damals ihre Regierungsmehrheit verloren.

Großbritanniens Austritt aus der EU ist für den 29. März 2019 festgelegt.

Als Alternative schlug Johnson schlug vor, einen erweiterten Freihandelsvertrag mit Brüssel nach dem Vorbild des Abkommens zwischen der EU und Kanada abzuschliessen.

In seinem Sechs-Punkte-Plan sprach sich der ehemalige Londoner Bürgermeister gegen eine "Auffanglösung" für die Grenze zwischen Irland und Nordirland aus. Stattdessen schlug Johnson vor, die Zollkontrollen abseits der eigentlichen Grenze mit modernen technischen Methoden vorzunehmen, um eine "harte" Grenze zu vermeiden.

Die britischen Konservativen kommen von Sonntag an für vier Tage in Birmingham zu ihrem Parteitag zusammen. Im "Krone"-Interview nach dem EU-Gipfel in Salzburg verrit May, dass man sich auch auf ein Scheitern der Verhandlungen vorbereite". May habe ihre politischen Berater angewiesen, einen Notfallplan für vorgezogene Wahlen im November auszuarbeiten, berichtete die "Sunday Times".

Von Boris Johnson ist schon länger bekannt, dass er sich für den besseren Regierungschef hielte. Dem Exzentriker Johnson wird nachgesagt, seine Rivalin beerben zu wollen. Als Rhetoriker ist er Theresa May haushoch überlegen, was ihm bei einem Putschversuch auf dem Parteitag zugute kommen dürfte. Fraglich ist, ob das seinem Ansehen schaden und seinen Ehrgeiz bremsen kann.

Forscher sagten, der Umfrage-Vorsprung der Brexit-Gegner beruhe vor allem auf den Stimmen derjenigen, die 2016 gar nicht gewählt hätten. Allerdings könnten sich diese Werte durch die Vorlage einer offensiven und überzeugenden britischen Brexit-Strategie auch schnell wieder ändern.

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