Erdogan wirft Deutschland Rassismus vor

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Neben der Moschee-Eröffnung sind in Köln am Samstag in der ganzen Stadt mehrere Kundgebungen anlässlich des Erdogan-Besuches angemeldet. Bei der Eröffnung der Moschee sagte er, die Reise habe die deutsch-türkische Freundschaft vertieft. Die Moschee in Köln sei zwar "eine Quelle des Stolzes" für alle in Deutschland lebenden Muslime, sagte Erdogan. Der Verband ist der türkischen Religionsbehörde Diyanet in Ankara unterstellt und gilt weithin als verlängerter Arm Erdoğans in Deutschland.

Er habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gute Gespräche geführt, so der türkische Präsident weiter, und "bekannte deutsche Investoren" getroffen. Doch Europa gewähre "Terroristen" auch Unterschlupf. Berlin lehnt seine Auslieferung an die Türkei ab.

Unpolitisch ließ Erdogan seine Worte nicht. "Die türkischen Gerichte haben dazu geurteilt". Die Polizei soll doch bitte dort für unsere Sicherheit sorgen, wo wir näher dran sind.

Am Samstag wurde die Moschee nach jahrelangem Bau nun endlich offiziell eröffnet - ohne Beisein jahrelanger Unterstützer in der lokalen Politik, dafür aber begleitet von Demonstrationen überwiegend linker Gruppen und in Anwesenheit eines türkischen Präsidenten, der heute keineswegs mehr als Demokrat durchgeht.

In einem Interview mit dem Fußball-Podcast der "Bild" wiederholte Grindel auch seine Kritik an Özil wegen dessen gescheiterter Aussprache mit Bundestrainer Joachim Löw.

Warum eröffnet Erdoğan eine Moschee in einem Kölner Stadtviertel?

Das Gotteshaus ist die Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union Ditib, der größten Islam-Dachorganisation in Deutschland. Die Besitzer des Schlosses lehnten einen die Veranstaltung aus politischer Überzeugung ab, wie ein Sprecher am Freitag erklärte. Die deutsche Seite hatte ihre ablehnende Haltung zu der Idee signalisiert - die türkische Regierung lenkte schließlich ein. "Wenige Stunden vor der Veranstaltung kann dieses Angebot nur als mindestens verspätet, wenn nicht als unseriös gewertet werden".

Bereits 1996 befürwortete der Rat der Stadt Köln Planungen eines repräsentativen Moscheebaus.

Erdogan forderte erneut einen entschlosseneren Kampf gegen die Gülen-Bewegung. Bei den Kölner Politikern drängt sich der Eindruck auf, außer Erdogan und seinen Anhängern sei keiner willkommen.

Die beiden großen Protestkundgebungen gegen den Besuch Erdogans in Köln sind friedlich verlaufen.

Am dritten Tag seines Staatsbesuches ist der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan in Köln angekommen.

An der Deutzer Werft haben sich am Mittag nach Schätzungen von Versammlungsleiter Reiner Schmidt rund 2000 Demonstranten eingefunden, weit weniger als die erwarteten 7000. Probleme gab es im Vorfeld mit der Bühne an der Deutzer Brücke, da sie laut Polizei an der falschen Stelle stehe. Nach Angaben der Polizei Köln hätte sie die Sicherheit von 5000 Besuchern rund um die Moschee garantieren können. "Wenn das irgendein anderer Präsident wäre, hätten sie das hier nicht so weiträumig abgesperrt", glaubt sie. Die Polizei bereitete sich auf einen Großeinsatz vor, die Behörden verboten eine Außenveranstaltung vor der Moschee, weil die Ditib kein angemessenes Sicherheitskonzept vorgelegt haben soll.

Nach der Landung soll es ein Gespräch mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geben.

Was war besonders an Erdogans Auftritt in Köln?

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