Sanierungen - Bahn sperrt deutschlandweit ICE-Strecken

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DB Netz-Chef Frank Sennhenn: "In einem Kraftakt macht die Bahn nach fast 30 Jahren zwei Paradestrecken fit für die nächsten Jahrzehnte".

Es geht um die beiden ICE-Strecken Mannheim-Stuttgart und Hannover-Würzburg, wie das Unternehmen mitteilte. Während der Arbeiten von Juni bis Dezember 2019 sollen die ICE-Züge über eine alte Strecke verkehren. Die längere Reisezeit solle den Kunden mit "besonderen kleinen Aufmerksamkeiten" versüßt werden. Der Abschnitt Fulda-Würzburg wird 2022 und der Bereich Kassel-Fulda 2023 erneuert. Die Fahrzeiten zwischen den Städten verlängern sich nach Auskunft der Bahn um etwa 30 bis 45 Minuten. Aber auch alle anderen Fahrgäste, deren Verbindung über die gesperrten Routen läuft, müssen sich laut Bahn auf Verzögerungen einstellen. Indes warb die Bahn um Verständnis für die Serie von Großbaustellen.

Als erstes wird der Abschnitt Hannover-Göttingen von Juni bis Dezember 2019 gesperrt. Auf der 327 Kilometer langen Trasse zwischen Hannover und Würzburg fahren täglich 110 Fernzüge mit rund 42.000 Reisenden durch Niedersachsen, Hessen und Bayern, außerdem im Durchschnitt 26 Güterzüge.

Die übliche regelmäßige Instandhaltung reiche nun nicht mehr aus, heißt es bei der Bahn. "Wir müssen jetzt grundlegend ran, um die Qualität der Schnellfahrstrecke für künftige Generationen weiter gewährleisten zu können", sagte der Leiter des Sanierungsprojekts Hannover-Würzburg, Hannes Tesch, deutlich.

Gleise, Weichen und Oberleitungen werden ausgetauscht und erneuert. Für die Arbeiten zwischen Hannover und Göttingen sind Kosten von 175 Millionen Euro veranschlagt. Die Sanierung der gesamten Strecke von Hannover nach Würzburg soll 640 Millionen Euro kosten. Damit werden Reisende etwa von Hamburg nach Frankfurt oder Berlin nach Frankfurt, die über die Ausweichstrecke fahren, auch länger unterwegs sein: Die Verspätung wird unterwegs nicht wieder aufgeholt. Die Trasse Mannheim-Stuttgart wird für 185 Millionen Euro erneuert, wie das Unternehmen meldete. Weil auf den Umleitungsstrecken weniger Züge Platz haben, können dort auch weniger ICE und Intercitys eingesetzt werden als üblich.

Die Bahn will Inhaber von Zeitkarten und der Bahncard 100 finanziell entschädigen. In welchem Umfang das geschieht, steht noch nicht fest, wie ein Bahnsprecher sagte.

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