Hambacher Forst: Polizei räumt letztes Baumhaus

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Die Polizei hat nach eigenen Angaben das letzte Baumhaus im Hambacher Forst geräumt. Mehrere Organisationen, darunter Greenpeace und der Umweltverband BUND, wollen damit Druck auf RWE ausüben, auf die geplante weitere Rodung des Hambacher Forsts zu verzichten. Außerdem soll der Wald nun mit Seil und Flatterband abgesperrt werden.

"Wir werden es nicht dulden, dass Leute - nachdem die Räumung ja heute abgeschlossen wird - da eindringen und den Wald wieder besetzen", sagte der Sprecher. Die Polizei hat deshalb am Montag ein Camp von Rodungsgegnern am Rand des Forstes auf Baumaterial durchsucht.

RWE ist Eigentümer des gut 100 Hektar großen Waldstückes, das zur Fortsetzung des Tagebaus gerodet werden soll, und hat seit Langem die dafür nötigen Genehmigungen.

Schon vorher hatte der Energiekonzern RWE damit begonnen, einen Graben um den Hambacher Forst zu ziehen. Aber wegen einer noch ausstehenden Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster zur Rechtmäßigkeit der Rodungen hatte der Konzern eine Stillhaltezusage bis längstens 14. Oktober abgegeben. Gegen die Rodung gibt es massiven Widerstand.

Das nordrhein-westfälische Bauministerium hatte den zuständigen Kommunen die Weisung erteilt, die knapp 80 Baumhäuser am Braunkohletagebau Hambach aus Sicherheitsgründen zu räumen. Umweltschützer betonen die Bedeutung des 12 000 Jahre alten Waldes für den Klimaschutz und die Artenvielfalt. Die Polizei hatte die Kommunen knapp drei Wochen lang mit einem Großaufgebot an Kräften bei der Umsetzung unterstützt. Die Arbeiten dazu hätten bereits begonnen, sagte RWE-Sprecher Guido Steffen. Die Umfriedung ist nach einem früheren Gerichtsurteil Voraussetzung dafür, dass ein widerrechtliches Eindringen als Hausfriedensbruch geahndet werden kann. Das teilte am Dienstag (02.10.2018) eine Sprecherin der Aachener Polizei mit.

Die Polizei wird wohl auch nach dem Abschluss der Baumhaus-Räumungen im Hambacher Forst weiter vor Ort sein. Für Samstag rufen Umweltverbände und Initiativen an dem Waldstück zu einer Protestaktion unter dem Motto "Wald retten - Kohle stoppen" auf.

Die Räumungen waren vorübergehend ausgesetzt worden, nachdem ein Journalist bei einem Unfall gestorben war.

Der Wald sei Betriebsgelände, gehöre also zum Tagebau.

Das NRW-Innenministerium wollte die Aussagen von RWE am Dienstag nicht kommentieren.

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