Nach Streiks: Ryanair schließt und verkleinert deutsche Standorte

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Berlin Billigflieger Ryanair droht nach Streiks mit Schließung und Reduzierung zweier Standorte.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die irische Fluggesellschaft laut der Gewerkschaft Verdi vor den Streiks damit gedroht, dass im Falle eines Ausstands die Basis in Bremen geschlossen werden würde. Die Vereinigung Cockpit (VC) kritisierte das Verhalten von Ryanair als "nicht akzeptabel". Sie sollen nach Angaben der Gewerkschaft zu Anfang November versetzt werden und angeben, an welchen Standorten sie zukünftig arbeiten möchten. Die meisten Routen würden dann von nicht in Deutschland stationierten Flugzeugen übernommen. Im nordrhein-westfälischen Weeze werden zwei von fünf Flugzeugen abgezogen. Bislang war der Konzern von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro ausgegangen. Das teilte der irische Billigflieger am Montag mit. Im Geschäftsjahr 2017/2018 machten die Iren einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro. Die Streiks hätten zudem das Vertrauen der Kunden untergraben, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Ryanair könne weitere "Störungen" nicht ausschließen - und damit auch nicht weitere Gewinnwarnungen.

Bei Ryanair hatten sich am Freitag Beschäftigte in sechs Ländern an dem Streik beteiligt.

Als Grund für die verschlechterten Aussichten gab Ryanair die Streiks in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Portugal an. Die Beschäftigten fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaften verlangen vor allem, dass Ryanair jeweils nationales Arbeitsrecht anwendet.

Am Flughafen Weeze nahe der niederländischen Grenze fliegen zum allergrößten Teil Ryanair-Maschinen. "Wir fordern Ryanair auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und nicht die Existenz der Beschäftigten zu bedrohen", teilte Ver.di-Vorstand Christine Behle mit.

An beiden Standorten hatte sich ein Großteil der Beschäftigten Ende September an Warnstreiks beteiligt. "Die Schließung des Bremer Standorts ist der Versuch eines Vergeltungsschlages als Reaktion auf die Streiks der Beschäftigten, die für ihre berechtigten Forderungen kämpfen". "Es ist ein Skandal, dass Ryanair das Streikrecht nicht akzeptiert und so mit Füßen tritt". Ryanair habe Streikende durch Vorgesetzte beobachten und fotografieren lassen und den Streik für illegal erklärt. Behle rief die Airline auf, die Schließungspläne und die Reduzierung von Flugzeugen unverzüglich zurückzunehmen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Sie diene "erkennbar dazu, die Piloten unter Druck zu setzen". Das habe Ryanair am Montag in einem Schreiben an alle Ryanair-Beschäftigte mitgeteilt, erklärte Verdi. Erst im vergangenen Jahr hatte sich Ryanair nach langem Druck grundsätzlich bereit erklärt, Gewerkschaften anzuerkennen.

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