Bahn saniert ab 2019 alte ICE-Routen

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Die Waggons werden also noch voller sein als üblich.

Als Erstes wird 2019 der Abschnitt Hannover-Göttingen vom 11. Juni bis 14. Dezember gesperrt. Der Abschnitt Göttingen-Kassel wird für die Erneuerung von Gleisen, Weichen und Sicherungstechnik von April bis Juli 2021 unterbrochen.

Dann kommt im Jahr 2022 die Trasse Fulda-Würzburg dran und schließlich 2023 der Gleisstrang von Kassel nach Fulda. Für die Arbeiten zwischen Hannover und Göttingen seien Kosten von 175 Millionen Euro veranschlagt.

Es folgt die Strecke Mannheim-Stuttgart, die vom 10. April bis 31. Oktober 2020 nicht befahrbar sein wird. Die Sanierung der gesamten Strecke von Hannover nach Würzburg soll rund 640 Millionen Euro kosten.

Die Bahn wirbt bei ihren Kunden für Verständnis. Sie sei unvermeidbar: Die ICE-Strecke sei seit ihrer Eröffnung 1991 im Dauerbetrieb. Auf der 327 Kilometer langen Trasse zwischen Hannover und Würzburg fahren täglich 110 Fernzüge mit rund 42 000 Reisenden durch Niedersachsen, Hessen und Bayern, außerdem im Durchschnitt 26 Güterzüge. Noch höher ist die Belastung auf den 99 Kilometern von Mannheim nach Stuttgart: Dort verkehren jeden Tag 185 Fernzüge mit 66 000 Fahrgästen, hinzu kommen 24 Güterzüge.

Der Fahrgastverband Pro-Bahn ist skeptisch, ob es bei den vergleichsweise erträglichen Einschränkungen für die Fahrgäste bleibt. Denn auch der Nahverkehr wird nach Einschätzung des Vereins betroffen sein. Zahlreiche Fernzüge müssen umgeleitet werden. Dort könnten Verbindungen ausfallen. Im Südharz sollen seiner Kenntnis nach zum Beispiel Züge durch Busse ersetzt werden. "Bei vielen Baustellen wird eher chaotisch geplant", stellt Naumann fest. "Da werden auch einige Züge nicht fahren können", sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann. Dieses automatische Zugsteuerungssystem (European Train Control System) soll die Kapazitäten auf den damit ausgestatteten Strecken um bis zu 20 Prozent erhöhen, weil die Züge in kürzeren Abständen fahren können.

Doch die gleichzeitige Digitalisierung der Strecken mit ETCS ist nicht vorgesehen. Mit den betroffenen Unternehmen habe die Bahn sich in der Planung schon früh abgestimmt. Auch ist die Finanzierung der Digitalstrategie der Bahn noch ungeklärt. Die sind zwar auch nicht problemfrei, aber es gibt sie gerade günstig gebraucht, weil Städte wegen Abmahnungen und Klagen des Vereins Deutsche Umwelthilfe (DUH) Fahrverbotszonen für ältere (und möglicherweise auch jüngere) Dieselmodelle einführen. In den ersten acht Monaten lag die Pünktlichkeitsquote unter 76 Prozent. Eigentlich wollte die Bahn 82 Prozent erreichen.

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