RWE macht Stillhaltezusage: Beamte fällen ersten Baum im Hambacher Forst

Einstellen Kommentar Drucken

Umwelt-Aktivisten hatten ein "Wochenende des Widerstands" im Hambacher Forst angekündigt. Demonstranten trafen sich zu einer Mahnwache im Waldgebiet. Aktivisten leben dort seit Monaten in Baumhäusern.

"Wir werden mit mehreren hundert Menschen in den Wald gehen", kündigte ein Sprecher von "Aktion Unterholz" an. Bis zum Nachmittag blieb im Wald alles friedlich. Am Samstag war die Lage aber zunächst ruhig, wie ein Polizeisprecher in Aachen sagte. "Sie dienen den Aktivisten als Rückzugsort, als Schlafstätte, Versteck und vermutlich auch Schmuggelroute, um Waffen und Krawallmacher in den Forst zu bringen", sagte ein leitender Polizist. Das hätten die meisten verweigert und sich am Bahnhof auf den Boden gesetzt.

Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" stellt sich die Polizei auf einen großen und langen Einsatz im Zusammenhang mit den Rodungen ein. Van Doren bezog sich auf den anhaltenden Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung und die geplanten Rodungen von Teilen des Hambacher Forsts, die in Kürze starten sollen. Einige kehrten um und fuhren zurück. Die Polizei teilte mit, sie schütze Aufräumarbeiten durch RWE-Mitarbeiter in dem Wald. Als Waldbesitzer sei RWE zum Beispiel verpflichtet, Rettungswege freizuhalten.

Aachen. Der Hambacher Forst ist zum Symbol für den Widerstand gegen die Kohle geworden. Zudem gibt es Vorkommen geschützter Arten wie der Bechsteinfledermaus. Der Hambacher Forst gehört dem RWE-Konzern, der die Bäume für den Braunkohle-Abbau roden will.

Aus Sicht des Energiekonzerns ist die Rodung unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Transporte aus anderen Tagebauen oder größere Halden sind deshalb nicht betriebswirtschaftlich. "Wir können unseren Betrieb nicht von Symbolpolitik abhängig machen, nicht zuletzt, weil wir Verantwortung für die Beschäftigten haben, die im Tagebau und in unseren Kraftwerken tätig sind".

Umweltschützer haben am Sonntag erneut gegen die Abholzungspläne des Energiekonzerns RWE im Hambacher Forst protestiert. Aktivisten haben zum "Wochenende des Widerstands" aufgerufen - und offenbar ein Tunnelsystem angelegt, das die Polizei an den Vietnamkrieg erinnert.

Comments