Hambacher Forst: Klimaaktivisten bauen neue Baumhäuser

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Einen Tag nach dem gerichtlich verfügten Rodungsstopp haben am Hambacher Forst bei Köln mehrere Tausend Menschen für den Erhalt des Waldes und den Kohleausstieg demonstriert.

Am Sonntagmittag startete das Aktionsbündnis "Hambi bleibt" einen Waldspaziergang, der diesmal jedoch nicht direkt durch den Wald führte, um diesen zu schonen.

Bis vergangenen Dienstag hatte die Polizei mit großem Aufwand 86 Baumhäuser abgebaut.

Trotz des Rodungsstopps im Hambacher Forst wollen die NRW-Grünen dort am Sonntag ihren Landesparteitag abhalten.

"Mit der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster ist die Rodung des Hambacher Forstes mindestens für die kommenden zwei Jahre vom Tisch", teilte er am Sonntag in Düsseldorf mit.

Reul begründet den Polizeiabzug damit, dass es dort nun wieder ruhig werden solle: "Ich finde, es ist jetzt an der Zeit, dass im Wald Ruhe, Ordnung und Frieden einkehren".

NRW-Innenminister Reul kündigte für Montagmorgen den Abzug der Polizei aus dem Hambacher Forst an.

Er hoffe sehr, dass die Umweltschützer dies nicht dazu nutzten, neue Baumhäuser und Barrikaden zu errichten. Bereits am Sonntag rückten Aktivisten mit Brettern in den Wald vor.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte einen vorläufigen Rodungsstopp für den Hambacher Forst verfügt. RWE wollte in den kommenden Monaten mehr als die Hälfte des verbliebenen Waldes fällen, um dort Braunkohle abzubauen. "Es ist die mit Abstand größte Demo, die das Rheinische Braunkohlerevier je gesehen hat", sagte Dirk Jansen, Geschäftsführer des BUND Nordrhein-Westfalen. Die Veranstalter sprachen von 50.000 Teilnehmern, die Polizei von 25.000 bis 30.000.

Die Gerichtsentscheidung sei "Rückenwind für die Arbeit in der Kohlekommission", sagte Greenpeace-Chef Martin Kaiser, der selbst Mitglied der Kommission ist. "Man muss jetzt den Übergang gestalten", sagte Neubaur.

Die Aktivistengruppe "Ende Gelände" kündigte für das letzte Oktober-Wochenende neue Aktionen an: Man werde dann "mit Tausenden Menschen wiederkommen und die Braunkohle-Infrastruktur rund um den Tagebau Hambach blockieren". NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte die Grünen für die Wahl des Veranstaltungsortes kritisiert, sie würden damit "Öl ins Feuer gießen".

Die Grünen profitieren offenbar von der Debatte über Kohle und Klima: Sie könnten im größten Bundesland mit einem Stimmenanteil von 17 Prozent rechnen, ein Plus von fünf Punkten im Vergleich zum Mai.

Überraschend stoppt das Oberverwaltungsgericht Münster die Rodung des Hambacher Walds durch den Energiekonzern RWE.

Uhr: Die für Samstag von Braunkohlegegnern geplante Demonstration kann stattfinden.

Die Richter ordneten am Freitag einen vorläufigen Rodungsstopp an, bis über eine Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz gegen die Rodungen entschieden ist. Die Rodung müsse vorerst gestoppt werden, damit keine "vollendete, nicht rückgängig zu machende Tatsachen geschaffen" würden, teilte das Gericht mit. Außerdem seien die Rechtsfragen so komplex, dass man sie nicht in einem Eilverfahren beantworten könne.

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