Vor US-Kongresswahlen: Pence wirft China gezielte Kampagne gegen Trump vor

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Washington (Reuters) - US-Vizepräsident Mike Pence hat die Vorwürfe gegen China wegen angeblicher Einmischung in die bevorstehende Kongresswahl verschärft. Die chinesische Regierung betreibe eine koordinierte Kampagne, um die Unterstützung für Trump zu untergraben. Um dem etwas entgegenzusetzen, habe Präsident Trump die größte Steigerung des Verteidigungshaushalt seit Ronald Reagan verabschiedet und erzwinge durch Zölle mehr Reziprozität im Handel, den China vorher missbraucht habe, um den USA "geistiges Eigentum" abzuluchsen und seine Volkswirtschaft im letzten Vierteljahrhundert durch ein aktuell 375 Milliarden Dollar großes amerikanisches Handelsdefizit um das Achtfache zu vergrößern.

In der Tat schlägt sich in der Rede von Pence Stress und der Zwang nieder, einen "Sündenbock" vor dem Wahlkampf in den USA zu finden.

Das Verhältnis zwischen China und den USA ist durch den Handelskrieg, Spannungen über Chinas Ansprüche im Südchinesischen Meer und andere Differenzen auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Beide Länder sind in einen erbitterten Handelskonflikt verstrickt. Pence hatte in einer Rede gesagt, China wünsche sich einen anderen Präsidenten und wolle die öffentliche Meinung in den USA zuungunsten Donald Trumps beeinflussen. Dazu gehörten beispielsweise Exporteure von Sojabohnen und Schweinefleisch. Ziel sei ein Machtwechsel im Weißen Haus.

Erst in der vergangenen Woche hatte der US-Präsident China im Rahmen einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates vorgeworfen, sich in die Kongresswahl einmischen zu wollen.

Die chinesische Regierung reagierte am Freitag empört auf die Vorwürfe. Die Äußerungen von Pence seien "unbegründet" und "lächerlich", erklärte das chinesische Außenministerium am Freitag. Eine Ministeriumssprecherin erklärte, China sei ein "Bauherr des Weltfriedens" und habe kein Interesse, sich in US-Wahlen einzumischen. "Wir rufen die USA auf, ihr Fehlverhalten zu korrigieren und aufzuhören, China grundlos zu beschuldigen".

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