Betrugsverdacht: Audi soll für Zulassungen massiv manipuliert haben

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Die Ermittlungen gegen Audi gehen weiter: Auch in Südkorea gibt es nun einen Betrugsverdacht.

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtete, ein Sprecher von Audi habe die Vorwürfe eingeräumt: Zunächst hätten Mitarbeiter Messwerte in Testprotokollen gefälscht.

Im Visier der Ermittler sind nun drei Audi-Beschäftigte, darunter keine heutigen oder früheren Vorstandsmitglieder.

Audi soll in seinen Werken in Ingolstadt und Neckarsulm jahrelang Testprotokolle und Fahrgestellnummern gefälscht und sich so Zulassungen in Südkorea erschlichen haben. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass Mitarbeiter in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm Testprotokolle manipulierten.

Das Unternehmen habe spezielle Vorschriften nicht "abdecken", also nicht einhalten können, zitierte die "Süddeutsche Zeitung" am Montag aus dem Audi-Revisionsbericht. Das heißt, das Audi-Management hätte genügend Zeit gehabt, die Ermittlungsergebnisse offenzulegen - zumal dem Bericht zufolge an erster Stelle auf dem Verteiler des Berichts der ehemalige Vorstandschef Rupert Stadler stand.

Die Dokumente, die zu den neuen Manipulationsvorwürfen führten, waren laut "Süddeutscher Zeitung" im März 2017 bei einer Razzia in der Ingolstädter Audi-Zentrale in die Hände der Strafverfolger gefallen.

Audi selbst erklärte, die Erkenntnisse aus den Revisionsberichten seien "mit den koreanischen Zulassungs- und Strafverfolgungsbehörden" in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von VW und Audi aufgearbeitet worden. Nach Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen hatte der Vorstand der VW-Tochter stets den Anschein erweckt, man werde mit solchen Verstößen aufräumen.

Das "Handelsblatt" hatte bereits Anfang des Jahres Informationen über falsche Angaben auf den Fahrgestellen erhalten und bei Audi nachgefragt.

Der Prüfbericht der Audi-Revision zu Südkorea trägt der "SZ" zufolge das Datum 14. Juli 2016.

Ziel der Manipulationen sei es gewesen, Autos für den südkoreanischen Markt zuzulassen, obwohl sie den dortigen Grenzwerten bei Schadstoffausstoß und Kraftstoffverbrauch nicht entsprachen. Gerichtsverfahren und Verurteilungen in Südkorea wie auch personelle Maßnahmen seien die Folge gewesen. Testdaten und Kilometerzahlen der betreffenden Autos seien manipuliert worden, um vorzutäuschen, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten würden. Es sollen unter anderem Fahrgestellnummern und Protokolle gefälscht worden sein. "Der lokale Dienstleister, der für die Marken des Konzerns in Korea tätig war, wurde ausgetauscht". In 18 Fällen sei eine falsche Fahrgestellnummer ins Testprotokoll eingetragen worden. Die manipulierten Unterlagen seien zur Vorlage an die südkoreanischen Behörden verschickt worden.

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