Wahl in Brasilien: "Tropen-Trump" gewinnt die erste Runde

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Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien klar gewonnen.

Brasiliens Wutbürger haben gesprochen: Empört von Korruption, Gewalt und Misswirtschaft haben sie den etablierten Parteien und Politikern an der Urne einen Denkzettel verpasst und dem ultrarechten Ex-Militär Jair Bolsonaro zum Triumph verholfen. Jetzt muss er am 28. Oktober in der Stichwahl gegen Haddad antreten. Anhänger des Rechtspopulisten versammelten sich am Abend vor dem Wahlgericht in der Hauptstadt Brasília und schrien "Betrug, Betrug, Betrug!" Anfang September wurde er bei einer Messerattacke während eines Wahlkampfauftritts verletzt.

Sollte es bei diesem Ergebnis bleiben, würden beide Kandidaten in eine Stichwahl um das Präsidentenamt einziehen.

Der linke Bewerber Ciro Gomes kam auf 12,52 Prozent, der Mitte-Rechts-Kandidat Geraldo Alckmin auf 4,83 Prozent.

Rund 147 Millionen Wahlberechtigten waren aufgerufen, einen Nachfolger für den konservativen Staatschef Michel Temer zu wählen.

Die Arbeiterpartei hatte Haddad als Ersatzkandidaten für den wegen Korruptionsvorwürfen verurteilten und inhaftierten Ex-Staatschef Lula da Silva ins Rennen geschickt. Lula hatte lange Zeit dafür gekämpft, doch noch kandidieren zu können. Bolsonaro war als Favorit in die erste Runde gegangen. Für viele Wähler ist der Rechtspopulist Bolsonaro ein schwarzes Tuch. Umfragen hatten zuletzt für die Stichwahl einen sehr knappen Ausgang vorhergesagt.

Vor allem die Benachteiligten in Brasilien trauern bis heute Lula nach, der umfassende Sozialprogramme für die Armen aufgelegt hatte. Rousseff wurde 2016 wegen mutmasslicher finanzieller Vergehen des Amtes enthoben.

Angesichts zahlreicher Korruptionsskandale ist das Vertrauen vieler Brasilianer in die Politik erschüttert.

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