Grippeepidemie: Forscher warnen vor zweiter "Spanischer Grippe"

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Australische Forscher wollten wissen, was wir heute von der Spanischen Grippe lernen können und haben die Daten dazu näher angeschaut.

Vor 100 Jahren hat die Spanische Grippe fast 50 Millionen Menschen weltweit getötet und gilt bis heute als die schlimmste Grippe-Epidemie der Geschichte.

Forscher schätzen, dass ein Drittel der Weltbevölkerung mit den Grippeviren infiziert war, 50 Millionen Menschen starben daran. Das Virus war auch deshalb so gefährlich, weil Unterernährung infolge des Krieges besonders verbreitet war. Andererseits waren mit großer Wahrscheinlichkeit nur wenige Menschen vorher schon immun gegen das Virus und hatten häufig noch andere Krankheiten, wie beispielsweise Tuberkulose.

"Wir stehen nun Herausforderungen gegenüber wie einer alternden Bevölkerung, Menschen mit Grunderkrankungen wie Fettleibigkeit und Diabetes", sagt Carolien van de Sandt vom Peter-Doherty-Institut für Infektionen und Immunität an der Universität von Melbourne.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass die nächste große Grippeepidemie anders verlaufen wird und besonders ältere und chronisch kranke Menschen in den Industrieländern treffen wird. Hier gebe es besonders viele Übergewichtige und Diabetiker, betont Kirsty Short von der University of Queensland - diese Menschen seien besonders häufig schwer an der Schweinegrippe 2009 erkrankt. Die Forscher warnen weiter, dass das Virus sich in Entwicklungsländern durch die weitverbreitete Unterernährung besonders gut ausbreiten könnte.

Und auch der fortschreitende Klimawandel könnte sich auf kommende Grippewellen auswirken.

Seit 1918 hat sich die Welt sehr verändert.

Dicht besiedelte Mega-Städte und der erdüberspannende Flugverkehr erleichtern laut den Forscherinnen die Verbreitung von Grippeviren.

Van de Sandt und ihre Kollegen heben jedoch hervor, dass moderne Entwicklungen bei der Eindämmung künftiger Epidemien helfen könnten, wie etwa die schnelle Kommunikation via Internet. Eine der wichtigsten Lektionen aus der Spanischen Grippe laute: "Eine gut vorbereitete Reaktion der Öffentlichkeit kann viele Leben retten".

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