"Widerlich": Rundumschlag der Bayern-Bosse

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Und weiter: "Es scheint so, dass sich keiner Gedanken mehr zu machen über Würde und Anstand".

Mit einer umfassenden Medienschelte und der Androhung von juristischen Konsequenzen haben die Bosse des FC Bayern für Aufsehen gesorgt. Hoeness schaute dem Reporter tief in die Augen: "Das ist eine Frechheit, das muss ich Ihnen mal sagen!" "Es ist heute ein wichtiger Tag für den FC Bayern, weil wir mitteilen, dass wir uns das ab sofort nicht mehr gefallen lassen". Er weiß genau, dass ich hinter ihm stehe. Konkrete Beispiele nannte Rummenigge: Die Berichterstattung über die Verletzung von Corentin Tolisso sowie über das Gerücht um den BVB-Spieler Jadon Sancho, der wohl auch beim FC Bayern im Gespräch gewesen sein sollte, seien schlichtweg falsch gewesen.

"Was man da lesen musste, war nicht mehr mit Kritik zu rechtfertigen", fand Rummenigge klare Worte. "Uli (Hoeness), Hasan (Salihamidzic) und ich haben uns Montag nach dem Holland-Spiel zusammengesetzt und beschlossen, dass wir das nicht mehr akzeptieren werden, wie darüber berichtet wurde".

Sein Podiums-Nachbar Uli Hoeneß (66) hatte das nur 14 Minuten später offenbar schon wieder vergessen.

Uhr: Hoeneß kanzelt Ex-Spieler Bernat ab: "Einen Verein führt man, indem man nicht alles in Frage stellt, sondern die Fehler analysiert und einstellt".

Rummenigge weiter: "Aber das ist kein Grund, mit der Mannschaft und Spielern in dieser Art und Weise umzugehen. Dagegen werde ich mich wehren", so der Sportdirektor, dem fehlende Rückendeckung für Trainer Niko Kovac vorgeworfen wurde. "Stefan Effenberg arbeitet beim Fernsehen und ich beim FC Bayern München". Warum? Wir schätzen seine Arbeit. "Wir müssen uns doch öffentlich keine Küsschen geben", zeigte der 41-Jährige dafür kein Verständnis.

Plötzlich hält auch Wolfsburg Bayern für schlagbar Statt mit Selbstvertrauen kehren die Nationalspieler des FC Bayern mit einem unguten Gefühl nach München zurück. "Eine Mannschaft wird nicht nach Symbolpolitik geführt". Bernat wurde im Sommer an Paris verkauft. Der hatte den Verkauf des Spaniers kritisiert und die Kaderbreite speziell auf den Außen infrage gestellt. Ein Journalist hätte dieses als einen der Gründe für den Misserfolg der Bayern genannt.

Auf der Pressekonferenz sprach ein Journalist Hoeneß direkt auf dessen harsche Kritik an Mesut Özil an ("Spielt seit Jahren einen Dreck"). Er hätte "Mist" sagen sollen und nicht "Dreck", erklärte Hoeneß am Freitag. Gleich zu Beginn erinnerte er an die im deutschen Grundgesetz verankerte Unantastbarkeit der menschlichen Würde. Hoeneß entgegnete, Bernat sei beim Champions-League-Spiel in Sevilla "alleine" dafür verantwortlich gewesen, "dass wir fast ausgeschieden waren". Und an dem Tag ist entschieden worden, dass wir ihn abgeben.

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