Ferrero muss Zahl der "Raffaellos" angeben

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Möglicherweise spielt es für Süßschnäbel eine Rolle, mit einem Blick zu erkennen, wie viele Pralinen sich in der Verpackung befinden. Der Hersteller dürfe kein Geheimnis um die Pralinenanzahl machen.

Ein Verbraucherschutzverein hatte die Firma Ferrero wegen dessen "Raffaello"-Pralinen verklagt".

Frankfurt/Main | Der Süßwarenhersteller Ferrero soll nach dem Willen der Justiz genauere Mengenangaben auf seine Pralinenpackungen schreiben. Laut Lebensmittelinformationsverordnung der EU müssen in diesem Fall die Gesamtnettofüllmenge UND die Gesamtanzahl der Kokospralinen für den Kunden klar sein. Eine Gewichtsangabe auf der Unterseite hielten die Richter des Oberlandesgerichts Frankfurt nicht für ausreichend und verlangten eine Angabe zur Zahl der enthaltenen Einzelpralinen.

Das gilt zumindest dann, wenn diese noch einmal einzeln verpackt sind.

Ferrero hatte die Plastikhüllen in der Vorinstanz als eine mit Bonbon-Einwickelpapier vergleichbare "Trennhilfe" bezeichnet und vor negativen Folgen eines Urteils zugunsten der Verbraucherschützer gewarnt. "Die Umsetzung eines solchen Urteils ginge an der Praxis vorbei und hätte Auswirkungen auf die gesamte Süßwarenindustrie", argumentierte das Unternehmen in der ersten Instanz vor dem Landgericht Frankfurt. Zum OLG-Urteil liegt zunächst keine Stellungnahme vor.

In dem verhandelten Fall hatte sich ein hessischer Verbraucher geärgert, dass auf dem Karton mit Raffaello nur das Gesamtgewicht von 230 Gramm zu finden war. Ferrero kann beim Bundesgerichtshof noch Revision einlegen.

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