Peter Altmaier reist für stärkere Wirtschaftsbeziehung in die Türkei

Einstellen Kommentar Drucken

Die Türkei und Deutschland könnten bei der Transformation hin zu erneuerbaren Energien "als klassische energieproduzierende Länder eine führende Rolle einnehmen", sagte Altmaier am Freitag in der türkischen Hauptstadt. "Wir erwarten, dass so eine große und starke wirtschaftliche Zusammenarbeit auch eine viel stärkere und eine von gegenseitigem Verständnis und gesundem Menschenverstand gelenkte politische Zusammenarbeit mit sich bringt", sagte Albayrak.

Altmaier hob die Expertise deutscher Energiefirmen bei der Sicherheit und auch dem Abbau von Atomkraftwerken hervor. Altmaier und Merkel stehen im Verdacht, moralische Werte der Sorge um Exporteinbußen oder Migrationsbewegungen zu opfern.

Der türkische Finanzminister Berat Albayrak ging darauf in der Pressekonferenz mit Altmaier am Donnerstagnachmittag nicht ein.

Altmaier wird von 30 deutschen Wirtschaftsvertretern begleitet.

"Wenn die Türkei einen Neuanfang bei zwischenstaatlichen Beziehungen will, dann geht das nur über die Einhaltung ihrer menschenrechtlichen Verpflichtungen", sagte Janine Uhlmannsiek, Türkei-Expertin der deutschen Sektion von Amnesty International, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Derzeit sitzen in der Türkei nach Angaben des Auswärtigen Amtes fünf deutsche Staatsangehörige aufgrund politischer Strafvorwürfe in Haft.

Bundesminister Altmaier wird die Reise auch dazu nutzen, Vertreter von Stiftungen und Organisationen der türkischen Zivilgesellschaft zu treffen und mit Ihnen über aktuelle Entwicklungen des Landes zu sprechen.

Die Türkei steckt in einer schweren Währungskrise, die sich zusammen mit einer massiven Inflation auf die gesamte Wirtschaft auswirkt. Dass etwa Exporteure wegen eines Erdogan-Erlasses 80 Prozent ihrer Erlöse in der Türkei in türkische Lira umwandeln müssen, um die Währung zu stabilisieren, mache viele Geschäfte unattraktiv. Die hätten die Türken allerdings auch nicht beantragt. Deutsche Firmen halten sich mit Investitionen in die Türkei zurück. Auf eine Frage, welche Schritte die Türkei unternehmen wollen, sagte Albayrak, die Türkei habe einen Putschversuch hinter sich und sei im Kampf gegen den Terrorismus. Linke-Chefin Katja Kipping hatte kritisiert, statt sich für Menschenrechte einzusetzen, bemühe sich die Bundesregierung darum, Absatzmärkte zu sichern. Sie würden den Einsatz der türkischen Regierung zur Aufklärung des Falls sehr schätzen. Zehntausende Menschen, darunter Journalisten, Akademiker und Menschenrechtler, hat sie festnehmen lassen und mehr als 140.000 aus dem Staatsdienst entfernt. Deutschland sei als größter Handelspartner der Türkei von besonderer Bedeutung.

Comments