Währungspolitik EZB belässt den Leitzins bei null Prozent

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Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,23 Prozent am Vortag auf 0,24 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt weiterhin zum Jahresende 2018 den Stopp neuer Anleihenkäufe an. Eine abrupte Kehrtwende nach Jahren im Anti-Krisen-Modus schließt die Notenbank aus: Den Leitzins im Euroraum hält die EZB auf dem Rekordtief von null Prozent. Ob er bei der Sitzung in Frankfurt an diesem Donnerstag getroffen wird oder erst Mitte Dezember, hatte Notenbank-Präsident Mario Draghi nach der jüngsten Zinsentscheidung vor sechs Wochen offen gelassen.

Die Wende hin zu höheren Zinsen wollen die Währungshüter frühestens im Herbst 2019 einläuten.

Das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe ist seit Oktober auf 15 Milliarden Euro halbiert. Demnach will sie die Schlüsselsätze noch bis mindestens "über den Sommer 2019" hinaus auf dem aktuellen Niveau lassen.

Volkswirte rechnen damit, dass die EZB in einem ersten Schritt zunächst die Strafzinsen für Kreditinstitute verringern wird. Vor allem aus Deutschland gibt es viel Kritik an dem Programm.

Neben dem Leitzins bleiben auch die beiden anderen wichtigen Zinssätze unverändert: Lagern Banken ihr Geld kurzfristig bei der EZB ein, statt es an Unternehmen zu verleihen, zahlen sie weiterhin einen Strafzins von 0,4 Prozent. Andererseits profitieren beispielsweise Hausbauer von vergleichsweise günstigen Kreditkonditionen.

Am Anleihenmarkt wird die EZB noch lange ein großer Spieler bleiben, denn Gelder aus auslaufenden Papieren werden wieder investiert. Damit drosseln die Banker wie angekündigt die Geldspritze, mit der sie bis heute mehr als 2,5 Billionen Euro zur Stabilisierung der Konjunktur in die Finanzmärkte gepumpt haben.

Ziel ist, auf diesem Weg der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die zwischenzeitlich bedenklich niedrige Teuerung anzuheizen.

Die EZB, deren Hauptziel Preisstabilität ist, peilt mittelfristig eine Inflationsrate Rate von annähernd zwei Prozent an.

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