IBM übernimmt Red Hat

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Es ist die grösste Übernahme in der Firmengeschichte des IT-Dienstleisters.

Die Software von Red Hat kommt allerdings auch für den Betrieb von Cloud Anwendungen zum Einsatz. Einen Eindruck davon, wie schwierig das werden könnte vermittelt die Regelung, dass Red Hat auch künftig als eigenständige Einheit operieren soll. Das amerikanische Unternehmen will mit der Übernahme von Red Hat sein Cloud Geschäft stark ausbauen, wie die Unternehmen am Sonntag (Ortszeit) mitteilten. Der Umbau liess den Umsatz sechs Jahre lange sinken. Romettys Sanierungskurs schien Früchte zu tragen, weil IBM drei Quartale in Folge mit Wachstum schaffte. Im Juli wurde dann publik, dass die von IBM so gehypte KI-Technologiesparte Watson die Erwartungen im Gesundheitsbereich gründlich enttäuschte.

Die Übernahme habe das Potenzial, die Landschaft im Cloud-Geschäft zu verändern, versicherte Rometty. Das heisst, ihr Programmiercode ist öffentlich und kann von allen eingesetzt werden. Bei Cloud-Angeboten kommen Software und Dienste direkt aus dem Internet, statt dass sie auf dem Computer jedes Nutzers einzeln installiert werden müssen. Es mag seltsam erscheinen, dass IBM so viel für Red Hat ausgibt, wenn man bedenkt, dass Red Hat seine verschiedenen Varianten von Linux unter der GNU General Public License (GPL) kostenlos vertreibt. Auf dieser Basis können Softwareanbieter aber Instrumente zur besseren Nutzung von Linux entwickeln - Red Hat wurde nach der Gründung vor rund 25 Jahren zu einem führenden Spezialisten in diesem Geschäft.

"Die Übernahme von Red Hat ist ein Game-Changer", sagte IBM-Chefin Ginni Rometty.

Um fast 15 Prozent ist der Aktienkurs des Unternehmens im Jahresverlauf bislang eingebrochen.

IBM will mit der Übernahme von Red Hat seine Position als Cloud-Anbieter verbessern und dennoch den Open-Source-Gedanken von Red Hat bewahren.

Mit 190 Dollar je Aktie bietet IBM einen satten Aufschlag von gut 60 Prozent auf den Schlusskurs von Red Hat von Freitag. Mit dem Abschluss des Deals rechnen die Unternehmen im zweiten Halbjahr 2019.

Als Kaufobjekt hat sich die 61-Jährige die Firma Red Hat ausgesucht, einen 1993 gegründeten Software- und Dienstleistungsanbieter aus North Carolina, dessen Geschäftsmodell auf dem Open-Source-Betriebssystem Linux basiert - einer quelloffenen Alternative zu Windows von Microsoft.

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