Abgas-Skandal: Ex-Audi-Chef gegen Kaution auf freiem Fuß

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Rupert Stadler darf die Untersuchungshaft verlassen.

Laut Staatsanwaltschaft ist Stadler auch dafür verantwortlich, dass Audi noch lange nach Bekanntwerden der Abgasaffäre "Schummel-Diesel" in Europa verkauft hat.

Das teilte das Oberlandesgericht München am Dienstag mit.

Stadler muss nun eine Kaution hinterlegen und darf zu für das Ermittlungsverfahren relevanten Personen keinen Kontakt aufnehmen.

Das Gericht gehe davon aus, dass gegen Stadler "weiterhin ein dringender Tatverdacht besteht". Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Audi-Chef Betrug vor. Außerdem habe er versucht, die Ermittlungen zu behindern.

Auslöser für die Verhaftung war ein Telefonat Stadlers am 8. Juni, das die Ermittler abgehört hatten. Stadler bestreitet alle Vorwürfe. Der damalige Audi-Chef erwog demnach, einen Beschäftigten beurlauben zu lassen, der möglicherweise mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart bei deren Porsche-Verfahren kooperiert habe. Außerdem hätte er gar nicht belauscht werden dürfen, weil der Beschluss des Amtsgerichts für die Abhöraktion widersprüchlich und grob rechtsfehlerhaft sei.

Nach BILD-Informationen kommt er aus der U-Haft, weil er als Audi-Boss und Volkswagen-Konzernvorstand freigestellt wurde und somit möglichen Beteiligten im Dieselskandal und Whistleblowern nicht mehr weisungsbefugt ist. Als Grund führte das Unternehmen die andauernde Untersuchungshaft an.

Stadler wurde zuvor vorgeworfen, dass er Zeugen beeinflussen wollte. Audi wird seit Stadlers Abberufung kommissarisch von Vertriebschef Bram Schot geführt.

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