Ticketpreise - Lufthansa will höheren Kerosinpreis an Kunden weitergeben

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Das durch die Air Berlin-Insolvenz getriebene, überproportionale Kapazitätswachstum wird ab 2019 deutlich geringer ausfallen. Analysten gingen davon aus, dass Lufthansa vom Aus des ungeliebten Rivalen profitieren würde. Eurowings machte bis Ende September einen Verlust von 65 Millionen Euro, verglichen mit einem Gewinn von 145 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das zeigen nicht nur die finanziellen Ergebnisse. Diese Investitionen aber würden sich in den nächsten Jahren auszahlen, ist Spohr überzeugt. Dabei wurde das für den Winterflugplan geplante Wachstum leicht reduziert.

Die Netzwerk-Airlines Lufthansa, SWISS und Austrian Airlines konnten ihr Rekordergebnis aus dem Vorjahr in den ersten neun Monaten 2018 noch einmal um 13 Millionen Euro, auf knapp zwei Milliarden Euro, steigern. Außerdem soll in die Flugpläne ein größerer Puffer eingebaut werden. Es soll auch mehr Reserveflugzeuge geben. Allein bei der Lufthansa sind dieses Jahr bislang rund 18.000 Flüge ausgefallen, gut 60 pro Tag. In Summe waren davon 1,7 Millionen Passagiere betroffen. Die Lufthansa werde ihr Wachstum künftig besser steuern und ihr Angebot nur dort ausweiten, wo die Infrastruktur dies zulasse.

Hinzu kamen 170 Millionen Euro an Kosten für die Integration der 77 Flugzeuge von Air Berlin. Allein bei der Lufthansa sind die Treibstoffkosten in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 536 Mio.

Die Aktionäre ergriffen die Flucht. Die Senkung der um Währungs- und Treibstoffeffekte bereinigten Stückkosten wird voraussichtlich etwa ein Prozent betragen, negativ beeinflusst von Integrationsaufwendungen bei Eurowings. Nur die Deutsche Bank hat im deutschen Aktienindex DAX noch schlechter abgeschnitten. Damit setzte sie den Abwärtstrend der vergangenen Monate fort und fiel sogar unter den Wert vor der Air Berlin-Pleite. Auch die Nettokreditverschuldung sank gegenüber Jahresende 2017 um 14 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Dazu kamen rund 250 Millionen Euro für Passagierentschädigungen und andere Folgekosten der zahlreichen Flugausfälle.

Mit Ende Oktober hat die AUA ihr Streckennetz umgebaut. Neben Ryanair-Chef Michael O'Leary geht auch IAG-Vorstandschef Willie Walsh (British Airways und Iberia) davon aus, dass wegen der hohen Kerosinpreise und des intensiven Wettbewerbs kleinere Fluglinien aufgeben werden.

Fliegen wird teurer. Mit dieser Botschaft hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr die jüngsten Quartalszahlen verbunden. Im dritten Quartal ist das Ergebnis gesunken. Auch die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) vermeldete einen Ergebnisrückgang.

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