Quartalsbericht - Apple-Prognose enttäuscht Börse - Keine Angaben zu iPhone-Absatz mehr

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Apple hat im Gespräch mit Analysten und Journalisten nach der Veröffentlichung der aktuellen Quartalszahlen einen überraschenden Schritt bekannt gegeben. Den Jahresumsatz konnte das Unternehmen um 16% auf 266 Mrd.

Der Konzerngewinn geht dabei vornehmlich auf ein Produkt zurück: das iPhone. Während es rund zwei Drittel zum Umsatz beiträgt, dürfte es um die 80% des Gewinns stemmen. Entsprechend müssen sich Analysten und andere Marktbeobachter künftig rein mit Umsatz-, Gewinn- und Margenzahlen zufrieden geben. Apple setzte rund 46,9 Millionen iPhones ab - das waren nur gut 200 000 mehr als im Vorjahresquartal.

Rein nach Segmenten sortiert ist nach wie vor das iPhone Apples größter Umsatztreiber. Von FactSet befragte Analysten rechneten mit 47 Millionen. Das wurde erst wieder in dieser Woche deutlich, als der Konzern neue Modelle des Mac und des iPads vorstellte und gleichzeitig um zweistellige Prozentzahlen gestiegene Preise. Der durchschnittliche Preis eines verkauften iPhones stieg auf 793 Dollar von 618 Dollar vor einem Jahr. Und erst jüngst hat Apple eine Reihe von Smartphone-Modellen auf den Markt gebracht, deren Preise mehrheitlich deutlich über jenen der Vorgängermodelle liegen.

Für die neue Apple-Strategie spricht, dass der Konzern längst neue finanzielle Standbeine neben dem iPhone aufbaut, das Ökosystem mit neuen Geräten wie Apple Watch, Airpods oder neuen Services im App Store nährt. Viele Kunden besitzen ausserdem bereits einen Apple-Computer und vielleicht auch noch eine Apple-Smartwatch. Auch Einnahmen aus AppleCare, Apple Pay und Lizenzgebühren fließen in die Sparte ein. Doch Apples Prognosen sind oft sehr konservativ. Apple hat im Großen und Ganzen genau das geliefert, was erwartet wurde. Wie Apple die Umsatzanteile künftig publiziert, bleibt abzuwarten - und wie fein die Einteilung wird. Apple hatte mit dem iPhone X im letzten Jahr erstmals die 1000-Dollar-Marke beim Einstiegspreis erreicht und hat seitdem mit dem iPhone Xs und dem iPhone Xs nachgelegt, die jeweils knapp bis deutlich mehr als 1000 Dollar kosten. Böse Zungen behaupten, Apples Management störe, dass die iPhone-Verkäufe in den letzten Quartalen stagnierten und zuletzt das iPad-Geschäft nach längerem wieder rückläufig war. Ein Plus von mehr als 10 Milliarden US-Dollar beim Umsatz und rund 3,4 Milliarden US-Dollar beim Nettogewinn nennt der Quartalsbericht. Generell sei die Unsicherheit bezüglich der Umsatzentwicklung im kommenden Quartal höher als sonst. Verantwortlich machte er dafür Währungsschwankungen, die Tatsache, dass die neuen iPhone-Modelle früher als sonst lanciert wurden und damit die Nachfrage nach diesen nicht vornehmlich - wie eigentlich üblich - in das Weihnachtsquartal falle, sowie mögliche Handelsbarrieren in Bezug auf China.

Die Aktionäre zeigten sich enttäuscht: Die Apple-Aktie verbilligte sich im nachbörslichen Handel um 4,3 Prozent.

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