Italiens Kartellbehörde stoppt Handgepäck-Regel bei Ryanair | Wirtschaft Überblick

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Der irische Billigflieger Ryanair will trotz des Verbots in Italien an der Gebühr für das Kabinengepäck festhalten.

Die italienische Kartellbehörde hat die Billigflieger Ryanair und Wizz Air daran gehindert, von diesem Donnerstag an neue Gebühren für Handgepäck einzuführen. Die neuen Richtlinien zum Handgepäck seien transparent und vorteilhaft für die Konsumenten. Handgepäck sei ein "wesentlicher Bestandteil" des Luftverkehrs, argumentierte die Behörde. Wenn Reisende für Handgepäck extra zahlen müssten, verzerre das den realen Preis für die Flugreise.

Genau das hat die italienische Kartellbehörde anders gesehen und die neue Richtlinien bei Ryanair und Wizz Air am ersten Gültigkeitstag gestoppt. Nur gegen einen Aufpreis von sechs Euro dürfen nun zwei Gepäckstücke in die Kabine mitgenommen werden.

Die Airline hatte erklärt, sie wolle damit Verspätungen vermeiden, weil die vielen Kabinengepäckkoffer nicht in die Gepäckablage im Flugzeug passen und Ryanair einen Teil stets im Frachtraum unterbringen muss. Der Einstiegsprozess an den Flughäfen werde damit beschleunigt.

Grundsätzlich gibt es international keine Vorschriften zu Größe und Gewicht des Handgepäcks, sondern lediglich Empfehlungen des Airline-Verbandes IATA. Die noch kostenfreie Tasche bei Wizz Air und Ryanair liegt in den Maßen (40 x 20 x 25 cm) deutlich unter den IATA-Vorgaben (56 x 45 x 25 cm).

Ärger mit den Behörden hat Ryanair auch in den Niederlanden. Ryanair hatte Anfang Oktober angekündigt, den Standort Eindhoven Anfang November zu schließen - wie auch in Deutschland den Standort Bremen. Die Piloten wie auch das Gericht sahen darin allerdings eher eine Strafaktion für vorangegangene Streiks. Das Gericht erklärte, Ryanair habe nicht das Recht, sie ins Ausland zu verlegen. Passagiere sollen ab November für ihre Handgepäckkoffer bezahlen. Das Unternehmen respektiere es aber, wenn jemand eine Abfindung bevorzuge.

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