EU Brexit Haushalt Großbritannien Europa:Bericht: Stolperstein in Brexit-Verhandlungen weggeräumt

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Ein Sprecher Mays wies den Bericht als Spekulation zurück.

Bei den Brexit-Verhandlungen hat die EU laut einem Zeitungsbericht ein Zugeständnis in der zentralen Frage der Grenze zu Irland gemacht. May habe die Zusicherung aus Brüssel erhalten, dass Grossbritannien auch nach dem EU-Austritt in der Zollunion bleiben könne.

Bei den Brexit-Gesprächen gibt es offenbar gute Fortschritte, Laut einem Bericht der SUNDAY TIMES kann ganz Großbritannien auch nach dem EU-Austritt in der Zollunion bleiben. Die britische Mitgliedschaft in der Zollunion sei zeitlich befristet, heißt es - offenbar um Befürworter eines harten Brexit zu beruhigen. Eine Extra-Klausel hierfür in der Vereinbarung soll auch die Brexit-Hardliner in London überzeugen.

Laut "Sunday Times" berät Theresa Mays Kabinett am Dienstag über diesen - bisher geheimen - Plan. Die Premierministerin hoffe, dass sie bis Freitag weit genug vorankommen werde, damit die EU einen Sondergipfel einberufen könne. Sie ist deshalb auf die Zustimmung möglichst aller Abgeordneter der in der Brexit-Frage zerstrittenen Tories angewiesen sowie auf die Stimmen des Koalitionspartners, der erzkonservativen nordirischen Democratic Unionist Party (DUP).

Großbritannien will die EU im März 2019 verlassen. Insgesamt seien die Gespräche schon weiter fortgeschritten als bekannt, schreibt das Blatt. Die bisherigen Ergebnisse seien auf einem mindestens 50 Seiten umfassenden Dokument festgehalten.

Statt an der Grenze sollen Waren laut SUNDAY TIMES zuvor in Lagerhallen kontrolliert werden.

Nicht näher genannten Kabinettsquellen zufolge lese sich das Papier so, als sei es von dem Parlamentarier Jacob Rees-Mogg geschrieben, heißt es in dem Bericht. Dies hätte jedoch eine harte Grenze auf der irischen See zur Folge - und damit nach Ansicht der Brexiteers die Spaltung des Vereinigten Königreichs. Für May hätte das den Vorteil, dass die von der EU verlangte Notfalllösung für Nordirland, der sogenannte Backstop, quasi in ein größeres Umfeld eingebettet würde. Sie waren sich bislang aber nicht einig geworden, wie das praktisch verhindert werden kann. Derzeit ist die Grenze in der hügeligen Region nahezu unsichtbar. Das ist für die Brexiteers aber kaum hinnehmbar, weil die wirtschaftlich verheißungsvolle Zukunft Großbritanniens ("global Britain") immer ein Hauptgrund für sie war, die EU zu verlassen.

Die Frage der künftigen Grenze zwischen Irland und Nordirland ist knapp fünf Monate vor dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens ein Hauptproblem bei den Verhandlungen. Damit soll zur Unfallverhütung beigetragen werden.

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