International Mehrere Tote nach Unwettern in Italien

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Ein schweres Unwetter hat weite Teile Italiens getroffen und mehrere Menschen das Leben gekostet.

Die Zahl der Toten ist auf zwölf gestiegen. Die Brenner-Autobahn in Südtirol wurde zeitweise gesperrt, nachdem Erdmassen auf die Fahrbahn gerutscht waren. Am Montag musste die Brenner-Autobahn in Südtirol erneut wegen eines Murenabgangs gesperrt werden.

In der nordwestlichen Region Ligurien sind alle Häfen geschlossen worden. Davon betroffen ist auch Genua.

Im Süden von Rom und Neapel wurden am Montag vier Menschen durch umstürzende Bäume getötet, wie die Behörden mitteilten. Nahe der nordwestitalienischen Stadt Savona wurde eine Frau durch ein herabfallendes Fassadenteil erschlagen.

Die Dolomiten-Bergortschaft Plodn/Sappada, deutsche Sprachinsel in der Provinz Belluno, ist seit Montagnachmittag vom Rest der Welt abgeschnitten.

Ein durch starke Windböen umgestürzter Baum liegt in Rom auf einem Auto.

In Kroatien stand die Hafenstadt Rijeka unter Wasser, zahlreiche Fährverbindungen wurden eingestellt.

Der staatliche Wetterdienst erließ am Morgen für die gesamte kroatische Küstenregion höchste Warnstufe. Sorgen bereitet auch der Sturm. Die Menschen im Raum Klagenfurt wurden aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Ihr Haus war von der Mure weggerissen worden. In Dimaro trat ein Wildbach über die Ufer, 200 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Zu den Todesopfern zählt auch ein 63-Jähriger aus Rimini.

Im Badeort Cattolica an der Adriaküste wurde ein Kitesurfer von einer Sturmböe gegen einen Felsen geschleudert und erlag seinen Verletzungen. Er wollte den Zustand seines Bootes prüfen, als er ins Wasser stürzte. Am Nachmittag wurden 156 Zentimeter über dem Meeresspiegel gemessen - so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der Markusplatz stand 1,56 Meter tief unter Wasser. Er blieb über mehrere Stunden gesperrt, da selbst die üblichen Holzstege nicht mehr reichten, um ihn sicher und trockenen Fußes zu überqueren. Die Polizei trug Touristen durch das Wasser.

In Rom knickte der Wind Bäume um wie Streichhölzer, Antennen flogen von den Dächern. Damit war über 70 Prozent der Altstadt überflutet. Und das Wasser in der Unesco-Welterbestadt sollte weiter steigen. Für weite Teile des Landes wurde daher die höchste Alarmstufe ausgerufen. Damit steige die Gefahr für weitere Erdrutsche. Auch die Flüsse dürften weiter anschwellen. Die Brenner-Autobahn musste nach einem Murenabgang vorübergehend gesperrt werden. Mehrere Autos wurden erfasst und steckten fest, wie auf Videos der Feuerwehr zu sehen war. Im bekannten Skiort Cortina d'Ampezzo in Venetien mussten Dutzende Menschen ihre Häuser räumen. In beiden Gebieten galt auch für Mittwoch die höchste Alarmstufe. Der Zivilschutz sprach von außergewöhnlichen Wetterverhältnissen und rief auf zu maximaler Wachsamkeit. In der Touristengegend Cinque Terre wurden die Menschen aufgefordert, Erdgeschosswohnungen zu verlassen. In Alghero auf Sardinien sprachen Medien von Hagelkörnern so groß wie Tischtennisbälle. Acht bis zehn Meter hohe Wellen brachen sich an der Küste der italienischen Riviera. In Ligurien sind alle Häfen geschlossen worden. Ankommende Schiffe sollten vor der Küste auf ein Ende des Sturmes warten, hatte Regionalpräsident Giovanni Toti am Montagabend in der Regionalhauptstadt Genua mitgeteilt. Für Küstenorte warnte der Zivilschutz vor Sturmfluten. In ganz Ligurien waren 22 000 Haushalte ohne Strom. Der Flughafen von Genua wurde bis 16.00 Uhr geschlossen, alle Flüge wurden gecancelt.

Die Schlechtwetterfront mit Starkregen und Sturm soll sich am heutigen Montag noch auswachsen.

Immerhin: Am Dienstag soll sich das Wetter ein wenig bessern, jedoch warnte der Wetterdienst 3B Meteo vor neuen Unwettern im Nordwesten.

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