Mehr als 59 Prozent sagen NEIN zur Unabhängigkeit: Neukaledonien bleibt bei Frankreich

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Wahlberechtigt sind knapp 175.000 Bewohner der Inselgruppe im Pazifik.

Das Überseegebiet Neukaledonien gehört seit 1853 zu Frankreich - und das soll auch so bleiben: In einer Volksabstimmung waren nach Auszählung fast aller Stimmen knapp 57 Prozent gegen eine Abspaltung, wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen der Inselgruppe berichtete. Falls die Mehrheit mit Ja stimmt, wird Neukaledonien nach mehr als eineinhalb Jahrhunderten ein eigener Staat. Auf deutsch bedeutet Kanake Mensch. Die Beteiligung lag nach vorläufigen Zahlen bei etwa 80 Prozent. Das Referendum hätte ursprünglich bereits 1998 stattfinden sollen, wurde aber mehrfach hinausgezögert. "Es lebe Neukaledonien. Es lebe die Republik". Am Montag ist Frankreichs Premierminister Édouard Philippe zu Besuch. In einigen Stadtvierteln Nouméas wurden in der Nacht (Ortszeit) Autos in Brand gesetzt.

Die Nouvelle-Calédonie (wörtlich übersetzt: Neuschottland) wurde 1853 von Paris in Besitz genommen und besitzt nach wie vor geostrategische Bedeutung für Frankreich. Heute sind dort mehr als 280'000 Menschen zuhause - neben Kanaken und Nachfahren der Kolonisten inzwischen auch viele Zuwanderer aus anderen Pazifikstaaten. Neukaledonien gehört nicht zum Gebiet der Europäischen Union. Aktuell erhalten die Inseln pro Jahr etwa eine Milliarde Euro aus Paris.

Treibende Kraft der Unabhängigkeitsbewegung ist die FLNKS (Front de Libération Nationale Kanak et Socialiste).

Mitte der 1980er Jahre brachen gewalttätige Auseinandersetzungen aus. Bezahlt wird nicht mit dem Euro, sondern mit dem Pazifik-Franc. Es gab auch mehrere Dutzend Tote. Zudem wird aus den Kassen der EU auch die Infrastruktur auf der Inselgruppe mitfinanziert. Die FLNKS ist an der Inselregierung beteiligt.

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