Unwetter in Italien: Taucher bergen neun Leichen aus geflutetem Landhaus

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Das Unglück geschah demnach unweit von Palermo in Casteldaccia. Taucher bargen in der Nacht auf Sonntag bei einem "dramatischen Einsatz" neun Leichen aus einem gefluteten Landhaus auf Sizilien, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Bei den Toten handle es sich um Angehörige zweier Familien, unter den Opfern seien auch Kinder im Alter von einem, drei und 15 Jahren.

"Eine entsetzliche Tragödie hat uns getroffen", sagte der Bürgermeister von Casteldaccia, Giovanni Di Giacinto, laut der Nachrichtenagentur Ansa. Der Fluss habe nie eine Gefahr dargestellt. Immer laut Ansa sei im sizilianischen Vicari ein weiterer Toter aufgefunden worden.

Zwei Italiener, die in Deutschland lebten, starben, als ihr Auto in der Provinz Agrigent von Wassermassen erfasst wurde. Ausserdem wird ein Arzt in der Kleinstadt Corleone vermisst. Ein Zug entgleiste in Cammarata.

Die schweren Unwetter in Italien haben weitere Todesopfer gefordert. Mit den Toten von Sonntagnacht kamen mittlerweile deutlich mehr als 30 Menschen ums Leben. Erst am Samstag waren auf der Insel Sardinien zwei Frauen, darunter eine deutsche Urlauberin, nach einem Blitzschlag gestorben. In der nordöstlichen Region Venetien wurden bei einem schweren Sturm am Donnerstag hunderte Bäume entwurzelt.

Der italienische Zivilschutz sprach von einer der komplexesten Wetterlagen der vergangenen 60 Jahre - die Situation im Norden des Landes sei "apokalyptisch". 17 Unwettertote seien bis Samstagabend bestätigt gewesen, sagte ein Zivilschutzsprecher der dpa. "Tausende Hektar Wald wurden dem Erdboden gleichgemacht, wie mit einer gigantischen Kettensäge". Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 180 km/h hatten dort Schneisen der Verwüstung in Wälder gerissen, Straßen wurden durch Erdrutsche verschüttet. Vielerorts fehlen Strom und Trinkwasser.

Zaia telefonierte mit Premier Giuseppe Conte, der im Laufe der kommenden Woche erste Mittel für die betroffenen Gebiete zur Verfügung stellen will. Die Meteorologen rechneten in der Region auch für Sonntag mit weiterem Sturm und Regen. Innenminister Matteo Salvini wollte am Sonntag die schwer in Mitleidenschaft gezogene Region Venetien besuchen.

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