Fall Khashoggi: Söhne fordern Herausgabe des Leichnams

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Sie hofft darauf, dass eine Untersuchung zeigen wird, unter welchen Umständen Khashoggi Anfang Oktober im saudischen Generalkonsulat in Istanbul starb.

Sie leben immer noch in der quälenden Ungewissheit, wie ihr Vater wirklich zu Tode gekommen ist.

Die Söhne des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi fordern die Herausgabe des Leichnams, um ihn in Saudi-Arabien beerdigen zu können. "Ich warte einfach darauf, dass die Fakten ans Tageslicht kommen", sagte Khashoggis Sohn Salah in einem am Sonntagabend veröffentlichten CNN-Interview. Abdullah Khashoggi unter dem Eindruck der Vorkommnisse: "Was auch immer ihm zugestoßen ist, ich hoffe wirklich, dass es nicht schmerzhaft für ihn war - oder zumindest schnell ging. Oder dass er einen friedlichen Tod starb".

Khashoggi war am 2. Oktober wegen seiner bevorstehenden Hochzeit im Konsulat, um Papiere abzuholen.

Aktay bestätigte damit einen Bericht der "Washington Post", wonach die Ermittler im Garten des saudiarabischen Konsulats in Istanbul "biologische Beweise" gefunden haben, die diese These stützten. Sie fordert die Auslieferung von 18 Verdächtigen, die mittlerweile in Saudi-Arabien festgenommen wurden.

Nach Darstellung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wurde der Mord an dem Regierungskritiker von höchster Stelle der saudi-arabischen Führung angeordnet. Er beschuldigte auch den De-facto-Machthaber Kronprinz bin Salman nicht direkt. Ende der vergangenen Woche hatte die Istanbuler Staatsanwaltschaft verkündet, Khashoggi sei unmittelbar nach seiner Ankunft in dem Konsulat erwürgt worden. Der türkische Präsidentenberater Yasin Aktay sagte der Zeitung "Hürriyet": "Wir wissen jetzt, dass sie seine Leiche nicht nur zerstückelt haben". "Sie haben die ganze Situation überbewertet", sagte Salah Khashoggi dazu in dem Interview. Der saudische König Salman habe betont, dass alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. "Und ich vertraue darauf". König Salman habe Anweisungen erteilt und die Staatsanwaltschaft Ermittlungen in diesem Fall eingeleitet, sagte der Vorsitzende der saudischen Menschenrechtskommission vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.

Salah Khashoggi (l.) mit Mohammed bin Salman.

Es geht um eine Prüfung der Menschenrechtslage, wie sie alle Länder regelmäßig durchlaufen müssen.

Das Land berichtet vor dem Rat über seine Fortschritte in Sachen Menschenrechte. Der Termin stand lange vor der Ermordung Khashoggis im saudischen Konsulat in Istanbul fest.

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