Midterm-Wahlen in den USA - Alles dreht sich um Trump

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Die USA fiebern auf die Zwischenwahlen hin, die sogenannten Midterms finden am 6. November statt. Nur 9 republikanische Mandate stehen zur Wahl. US-Präsident Donald Trump beendete den Kongresswahlkampf mit drei Auftritten in drei Bundesstaaten.

In der Tat: Wenn die Amerikaner an diesem Dienstag wählen gehen, stimmen sie über viel mehr ab als nur Kongress-, Senats- und Gouverneurskandidaten. Damals gab nur jeder dritte Wahlberechtigte seine Stimme ab. Das Repräsentantenhaus wird alle zwei Jahre komplett gewählt. Dort stehen nur 35 der 100 Sitze zur Disposition. Vor vier Jahren stand es gegen sechs Uhr deutscher Zeit fest. Ist der "Trumpismus" nur eine "historische Anomalie" ("Washington Post") oder von Dauer?

Wie ist die Machtverteilung im Kongress vor der Wahl?

Verteidigen die Republikaner ihre Mehrheit im Abgeordneten-Haus und im Senat, dürfte Donald Trump vor Stolz fast platzen. Das liegt einfach daran, dass deutlich mehr Sitze von Demokraten zur Wahl stehen.

Wie stehen die Chancen der Opposition?

Nach den jüngsten Umfragen haben die Demokraten gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückzuerobern. Sie sehen aber nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass den Demokraten das auch im Senat gelingt.

Bei der Kongresswahl in der Mitte zwischen zwei Präsidentenwahlen bekommt meist die Regierungspartei einen Denkzettel verpasst.

Worum geht es für Trump? In Umfragen lag O'Rourke kurz vor der Abstimmung allerdings noch hinter Cruz.

Wie kann die Wahl Trump gefährlich werden? Noch empfindlicher wäre Trumps Machtverlust bei einem blauen Tsunami - wenn also die Demokraten nicht nur das Repräsentantenhaus zurück gewinnen, sondern auch den Senat. Auch an anderen heiklen Themen mangelt es nicht. Ob Trump sie mit seinem Veto-Recht abschmettern wird oder sich kompromissbereit zeigt, wäre die große Frage.

Um sehr viel. Zum einen würde das Regieren für Trump schwieriger, wenn er die Mehrheit in einer der Kongresskammern verliert. Am Ende müssen mindestens 67 der 100 Senatoren den Präsidenten für schuldig befinden. Das Statistik-Portal Fivethirtyeight geht davon aus, dass vier Senatssitze sicher und vier weitere wahrscheinlich an die Republikaner gehen.

Trump konzentrierte sich zuletzt voll auf die besonders umkämpften Sitze im Senat. Aktuell hält Trumps Partei aber trotz vieler Skandale treu zum Präsidenten. Kein anderes Land habe eine solche Regelung, sagte Trump in einem Interview. Geht die Rechnung auf, können die Demokraten mit einem Erfolg rechnen, vielleicht sogar mit einer Sensation. Damit könnten sie das wichtige Amt des Speakers, des Sprechers im Repräsentantenhaus, besetzen.

Die Demokraten dürften ihm Gesetzentwürfe nach ihrem Geschmack auf den Tisch legen.

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