Brauhaus statt Bauhaus: Feine Sahne feiert mit großem Publikum

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Nach einigen Kontroversen, zwischenzeitlicher Absage und vielen Diskussionen hat die Rostocker Punkband Feine Sahne Fischfilet ("Wut im Bauch Trauer im Herzen") am Dienstagabend endlich ihr vielbeachtetes Konzert in Dessau ohne größere Zwischenfälle gespielt.

In der Alten Brauerei feierten Hunderte Konzertbesucher ausgelassen mit den Musikern. Für die Band bleibe hängen, wie viele Menschen aus Dessau und Sachsen-Anhalt sich bei ihr gemeldet und sich für sie positioniert hätten, sagte Sänger Jan "Monchi" Gorkow am Dienstag vor dem Konzert in der Stadt. Gorkow dankte allen, die gegen Rechts Position beziehen.

Vor rund drei Wochen hatte die Stiftung Bauhaus Dessau mit Verweis auf ihr Hausrecht die Absage des ZDF-Konzerts auf der historischen Bauhaus-Bühne gefordert. Die Band musste sich kurzfristig eine neue Location suchen. Zum einen wurde laut Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Ex-Umweltminister Jürgen Trittin gesichtet, aber auch die amtierende Umweltministerin aus Sachsen-Anhalt, Claudia Dalbert, ließ sich das Konzert nicht entgehen.

Allerdings hatte die Stiftung Bauhaus das Konzert der Band überraschend abgesagt, mit der Begründung, ihr Konzertsaal solle nicht "Austragungsort politischer Agitation und Aggression werden".

Der ehemalige Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt hatte auf der Kundgebung am Nachmittag vor rund 200 Menschen gesagt: "Die Absage des Konzertes hat die Demokratie und das kulturelle Leben in unserem Land beschädigt". Direktorin Claudia Perren befürchtete Demonstrationen vor der Tür. Trittin sagte mit Blick auf die Konzertabsage: "Wer die Tradition des Bauhauses ernst nimmt, kann das nicht machen". Dafür müssten sich Bauhaus-Chefin Perren und der Stiftungsratsvorsitzende und Kulturminister Rainer Robra (CDU) entschuldigen.

Feine Sahne Fischfilet bestanden auf einem Auftritt in Dessau.

Falls sie mit ihrem Konzert Gewinn machen, wollen sie das Geld dem Bündnis Dessau Nazifrei geben. Sie engagiert sich seit Jahren gegen Fremdenfeindlichkeit. Auf Instagram und Facebook waren Bandmitglieder bei einem Besuch am Bauhaus zu sehen.

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