Dreistester Werbeslogan: Diese fünf Produkte stehen zur Auswahl

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Vergangenes Jahr ging der Negativpreis an einen überzuckerten Kinderkeks der Firma Alete. "Die alltägliche Verbrauchertäuschung im Supermarkt ist ganz legal". Dabei ist der Snack laut Foodwatch alles andere als gesund, sondern bestehe zur Hälfte aus Zucker und Fett. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat auch in diesem Jahr fünf Produkte für den "Goldener Windbeutel" nominiert, die besonders negativ aufgefallen sind. Hersteller lassen sich immer neue Tricks einfallen, um Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen, klagt Foodwatch. "Das nervt! Die Lösung kann nicht sein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher lernen, sich im Täuschungs-Dschungel zurechtzufinden - sondern die Hersteller müssen ihre Produkte ehrlich und leicht verständlich kennzeichnen", erklärte Sophie Unger von foodwatch, Wahlleiterin für den Goldenen Windbeutel. Die Verbraucherorganisation will mit der Onlinewahl und der anschließenden Preisverleihung nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, wie Produzenten mit ihren Beschreibungen tricksen und täuschen - und sich für eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln einsetzen.

Kandidat zwei ist das "Bratöl Olive" des Biomarkts Dennree. Auf dem Produkt wirbt man optisch mit einer großen Olive. Es bestünde zur Hälfte aus weniger hochwertigem Sonnenblumenöl. Der Name Bratöl Olive suggeriert hingegen, dass es sich ausschließlich um ein Erzeugnis aus sonnengereiften Oliven handelt. Es enthält aber nur 51 Prozent Olivenöl.

Die Kritik ist auch nicht neu. Auf einem anderen Portal wurde das Denree-Produkt bereits vor drei Jahren als "Schummler" gemeldet. Doch der Hersteller verteidigte sich. "Da das Öl die geschmacklichen Eigenschaften eines Olivenöls besitzt, wurde die Abbildung von Oliven gewählt".

Als gesunde Zwischenmahlzeit bewirbt Hersteller Schwartau seinen Corny-Müsliriegel auf der Verpackung. Das Fazit von Verbraucher Holm T., der den Riegel auf Schummelmelder.de hochgeladen hat: "Das Produkt ist damit alles andere als gesund, sondern eine gewaltige Schummelei". Das sei mehr als in einer Schokolade-Sahne-Torte, kritisiert Foodwatch. Die Verbraucherschützer kritisieren, dass Werbeaussagen wie von Corny trotz europäischer Health-Claims-Ordnung weiter möglich sind.

Kandidat Nr. 3: Erbsen Eintopf Gut und Günstig von Edeka Der Erbseneintopf von Edekas Eigenmarke Gut und Günstig kommt naturbelassen daher - auf der Vorderseite der grünen Dose verspricht Edeka werbewirksam "Garantiert ohne: geschmacksverstärkende Zusatzstoffe und Farbstoffe" und suggeriert damit eine traditionelle Herstellungsweise. Das Wasser wird dabei zuerst verdampft und dann wieder aufgefangen. Falsch gekennzeichnet sei laut Foodwatch auch der Erbseneintopf der Edeka-Billigmarke Gut & Günstig.

Edeka erklärte auf Anfrage: "Die Kennzeichnung des Produktes ist korrekt und keineswegs irreführend".

Kandidat Nr. 4: Kids Tomato Ketchup von Heinz Mit dem Ketchup speziell für Kinder zockt Heinz Eltern ab: Die Kids-Variante kostet bis zu 40 Prozent mehr als das Pendant für Erwachsene, obwohl der Ketchup exakt der gleiche ist.

Die Verbraucherzentrale hatte den Artikel deswegen bereits im August als Mogelpackung des Monats nominiert.

Der erste Kandidat ist "Glacéau Smartwater" von Coca-Cola. Das sei unnütz und teuer, denn im Handel koste der Liter 1,65 Euro und damit bis zu siebenmal mehr als herkömmliches Mineralwasser. Dabei verloren gegangene Mineralstoffe würden später künstlich wieder hinzugefügt. Nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO sollten gezuckerte Ketchups außerdem gar nicht bei Kindern beworben werden.

Laut der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung also eine Mischung aus Mineral- und Leitungswasser oder nur einem der beiden Bestandteile gemischt mit mindestens einer weiteren Zutat wie Natursole, Meerwasser oder Kochsalz beziehungsweise einen Zusatzstoff wie Magnesiumcarbonat.

"Smart" ist an diesem Wasser nur die dreiste Abzocke, findet Foodwatch.

Zur Abstimmung auf der Website von Foodwatch.

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