"Lord of the Toys": Umstrittener Film gewinnt Hauptpreis im deutschen Wettbewerb

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Sie leben im Jetzt, sie leben für's Netz, und ihnen ist komplett egal, ob das, was sie sagen, antisemitisch, sexistisch oder rassistisch ist: Regisseur Ben Yakov hat für seinen Film "Lord of the Toys" eine Clique von Dresdner Youtubern begleitet - und dafür nun beim Festival DOK Leipzig die Goldene Taube für den besten deutschen Langfilm erhalten. "Mit seinen präzisen Beobachtungen und einer kritischen Einordnung legt er eine Jugendkultur und deren erschreckende Sprache offen", erklärte sie. Einem der Protagonisten, dem Youtuber Max Herzberg, werfen sie vor, immer wieder neonazistische Parolen zu veröffentlichen und in engem Kontakt mit der rechtsextremen "Identitären Bewegung" zu stehen. Die Goldene Taube im internationalen Wettbewerb ging dabei an Claudia Tosis Langzeitstudie über die Veränderungen in Italiens Politik I Had a Dream. Bis zum Sonntag sollten insgesamt 306 Filme aus 50 Ländern gezeigt werden.

Im Wettbewerb "Next Masters" konnte sich die brasilianische Produktion "Cinema Morocco" von Ricardo Calil über 10.000 Euro Preisgeld freuen. Der von der Stiftung Friedliche Revolution gestiftete Publikumspreis Leipziger Ring ging an die kenianische Regisseurin Beryl Magoko für ihren Film "In Search ..." über eine kenianische Aktivistin, die sich gegen Genitalverstümmlungen wehrt.

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