Opfer des IS im Irak: Rund 12.000 Leichen in Massengräbern entdeckt

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"Die in unserem Bericht dokumentierten Massengräber zeugen von grauenhaften menschlichen Verlusten, schwerem Leiden und schockierender Grausamkeit", sagte der UNO-Gesandte für den Irak, Jan Kubis.

Von den 202 entdeckten Massengräbern wurden laut dem UNO-Bericht erst 28 ausgegraben und mehr als 1.250 Leichen darin exhumiert. Nach der Befreiung Tikrits entdeckten irakische Behörden im April 2015 mindestens 14 Massengräber, in denen Opfer der Erschießungen begraben worden waren.

Die Gräber enthalten laut der UNO die Überreste von Tausenden von Menschen, die wahrscheinlich Opfer des sogenannten Islamischen Staates IS geworden sind. Die Dschihadistenmiliz hat an dem Massengrab Sprengsätze hinterlassen, durch die vergangenes Jahr drei irakische Milizionäre und ein Journalist getötet wurden. Darin könnten bis zu 12.000 Leichen liegen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) schätzte die Zahl der Getöteten auf bis zu 770.

Unter den Toten sind dem Bericht zufolge Frauen, Kinder, Alte und Behinderte, aber auch Angehörige der irakischen Armee und Polizei.

Die Uno-Mission im Irak (Unami) rief Bagdad am Dienstag auf, die Stätten vollständig auszuheben, um den Familien Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen zu ermöglichen. Für die Angehörigen sei es wichtig für die Trauerarbeit, Gewissheit über die Todesumstände zu haben.

Die meisten Gräber befinden sich in den Gouvernements Ninawa, Kirkuk, Salah ad-Din und al-Anbar, berichtet RIA Nowosti mit Verweis auf das Dokument. In manchen Fällen warfen die IS-Kämpfer ihre Opfer tot oder lebendig in Brunnen oder Erdlöcher, anstatt für sie Gräber auszuheben. Mossul war einst die größte irakische Stadt unter IS-Kontrolle. Die Miliz hatte zwischen Juni und Dezember 2014 weite Teile des Iraks erobert und dort ein Kalifat ausgerufen. Sie gingen auch gegen Minderheiten wie Christen und Jesiden vor.

Die Vereinten Nationen haben auf dem einstigen Gebiet der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak rund 200 Massengräber entdeckt.

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