Autobauer zu 3000 Euro für Hardware-Nachrüstung bereit

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Bei dem Treffen am Vormittag geht es um geplante Hardware-Nachrüstungen bei älteren Dieselfahrzeugen.

Volkswagen und Daimler sind nun bereit, ältere Diesel für bis zu 3000 Euro mit Katalysatoren nachrüsten zu lassen, teilt Verkehrsminister Andreas Scheuer mit. Er ließ sich von BMW-Vorstandsmitglied Klaus Fröhlich vertreten. Lediglich Daimler Boss Dieter Zetsche ist bei den Verhandlungen anwesend.

BMW hält eine Nachrüstung älterer Dieselautos nach wie vor für ungeeignet. Allerdings weigerten sich die Hersteller bisher, die vollen Kosten zu übernehmen, wie die Regierung es fordert. Die Branche habe einen "riesigen Nachholbedarf", Vertrauen zurückzugewinnen und ihr Image zu verbessern, hatte er bei einer VDA-Veranstaltung gesagt. In vielen Städten werden vor allem wegen Diesel-Abgasen Schadstoff-Grenzwerte überschritten.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband appellierte vor dem Spitzentreffen an die Verantwortung der Autobranche und forderte Nachbesserungen. Derzeit gebe es noch keine genehmigten Katalysator-Nachrüstsätze für Euro-5-Fahrzeuge, sagte Scheuer weiter. Die Politik schien nach vier Anläufen seit dem ersten Krisentreffen im August 2017 so entschlossen wie nie, den Autoherstellern endlich Zugeständnisse bei der für Kunden wichtigen Nachrüstung abzuringen.

Müller forderte, die rechtlichen Grundlagen für technische Nachrüstungen müssten bis Ende des Jahres geschaffen werden. "Sollten zukünftig Hardware-Nachrüstungen die notwendigen behördlichen Genehmigungen erhalten, verfügbar sein und der Einbau von unseren Kunden gewünscht werden, bieten die betreffenden Konzernmarken im Rahmen des Mobilitätsangebots gleichfalls eine entsprechende finanzielle Beteiligung an", erklärte der Konzern. Scheuer müsse klar machen, dass die Verursacher, also die Autohersteller, die Kosten tragen und Garantien übernehmen müssen. Die Hersteller hatten bereits höhere Preisnachlässe auf den Weg gebracht, wenn Kunden ihren alten Diesel in Zahlung geben und ein sauberes Fahrzeug kaufen.

Auch bei den sogenannten Umtauschprämien gelte es nachzubessern, sagte Müller: "Die Autohersteller müssen eine rechtsverbindliche Mobilitätsgarantie aussprechen". Damit hätten Verbraucher die Sicherheit, dass sie ihr neu erworbenes Auto wieder umtauschen können, sollte in wenigen Jahren erneut ein Fahrverbot drohen.

In vielen Städten werden vor allem durch Diesel-Abgase Schadstoff-Grenzwerte überschritten. In Köln könnte ein Gericht erneut Fakten schaffen in Sachen Diesel-Fahrverbote.

Auch in Köln und Bonn könnte es bald zu Fahrverboten kommen. Dies entschied das Kölner Verwaltungsgericht am Donnerstag nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Diese verlangt, den Luftreinhalteplan endlich zu verschärfen und EU-Grenzwerte für den Schadstoff Stickstoffdioxid (NO2) einzuhalten.

Nach Auffassung der Umwelthilfe sind Fahrverbote hierfür unumgänglich. Angeblich sollen die 3000 Euro die kompletten Kosten für Hardware-Nachrüstungen abdecken. "Wenn man so etwas tut, dann müssen sich alle beteiligen", sagte er am Donnerstag im SWR-Tagesgespräch. "Wir haben mit den deutschen Herstellern ein konstruktives Ergebnis erzielt".

BMW-Vorstandschef Harald Krüger sagte: "Eine Hardware-Nachrüstung führt zu mehr Gewicht und höherem Verbrauch".

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