Diesel Nachrüstungen: Deutsche Autobauer zu 3000 Euro bereit

Einstellen Kommentar Drucken

Die deutsche Autoindustrie habe sich "sehr stark bewegt", sagte Scheuer am Donnerstag nach einem Spitzentreffen mit Spitzenmanagern der Branche in Berlin. Der Münchener Autobauer will aber mit der gleichen Summe die Halter der älteren Diesel unterstützen - etwa für einen Neukauf. Sie würden solche Nachrüstungen dann mit bis zu 3000 Euro pro Auto unterstützen.

Bei dem Treffen geht es unter anderem um offene finanzielle und technische Fragen bei der Hardware-Nachrüstung von älteren Dieselautos. Hardware-Nachrüstungen sind Teil des neuen Maßnahmenpakets der Koalition für bessere Luft in Städten mit dem Ziel, weitere Diesel-Fahrverbote zu verhindern. Allerdings weigern sich die Hersteller bisher, die vollen Kosten hierfür zu übernehmen, wie die Regierung es fordert.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband appellierte vor dem Spitzentreffen an die Verantwortung der Autobranche und forderte Nachbesserungen.

Müller forderte, die rechtlichen Grundlagen für technische Nachrüstungen müssten bis Ende des Jahres geschaffen werden.

BMW-Vorstandschef Harald Krüger sagte: "Eine Hardware-Nachrüstung führt zu mehr Gewicht und höherem Verbrauch".

Hersteller schmutziger Diesel sind nun doch zu einer Beteiligung an technischen Nachrüstungen bereit. Scheuer müsse klar machen, dass die Verursacher, also die Autohersteller, die Kosten tragen und Garantien übernehmen müssen. In Köln könnte ein Gericht erneut Fakten schaffen in Sachen Diesel-Fahrverbote.

Die Maßnahme solle für Kunden gelten, die nicht die "Umtauschprämien" von Herstellern nutzen und auf sauberere Autos umsteigen.

Die Autohersteller müssen eine rechtsverbindliche Mobilitätsgarantie aussprechen. Damit hätten Verbraucher die Sicherheit, dass sie ihr neu erworbenes Auto wieder umtauschen können, sollte in wenigen Jahren erneut ein Fahrverbot drohen. Die Zusage gelte für die 15 Städte in Deutschland, in denen Schadstoff-Grenzwerte besonders stark überschritten werden. Das Kölner Verwaltungsgericht verhandelt am Donnerstag (9.30 Uhr) über eine Klage der Deutschen Umwelthilfe.

Auch in Köln und Bonn könnte es bald zu Fahrverboten kommen. In der Domstadt wird der EU-Grenzwert für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) deutlich überschritten - statt der erlaubten 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittelwert waren es 2017 bis zu 62 Mikrogramm. Urteile zu beiden Städten noch am Donnerstag sind wahrscheinlich. Darüber hinaus werde man seinen Kunden die Umrüstung weder anbieten, noch empfehlen. "Wenn man so etwas tut, dann müssen sich alle beteiligen", sagte er am Donnerstag im SWR-Tagesgespräch. "Wir haben mit den deutschen Herstellern ein konstruktives Ergebnis erzielt". "Einzellösungen mit Daimler und VW bringen nichts, die BMW-Kritik ist vielsagend und die ausländischen Hersteller bleiben außen vor, das ist ein massiver Fehler", betonte der FDP-Politiker.

Comments