Gefährliche Überfahrt: Marke von 100.000 Migranten übers Mittelmeer überschritten

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Es ist zwar richtig, dass die Zahl der Migranten insgesamt zurückgeht. Trotzdem haben auch dieses Jahr bereits über 100 000 Menschen die gefährliche Route über das Mittelmeer auf sich genommen.

Die aktuellen Zahlen liegen auch deutlich unter den Angaben der Vorjahre.

Die IOM erklärt den Rückgang mit der verschärften Migrationspolitik vieler europäischer Staaten, wie etwa der Schließung der Balkanroute und der Sperrung von Häfen für private Seenotrettungsschiffe.

Die Fluchtroute der Migranten über das Mittelmeer verlagert sich immer mehr nach Spanien.

Die Marke von 100'000 illegalen Zuwanderern und Flüchtlingen ist 2018 allerdings zum fünften Mal in Folge überschritten worden. Hauptankunftsland sei inzwischen Spanien, wo 49'000 Migranten an Land gegangen seien. So sind 2017 noch 155.000 Migranten und Flüchtlinge über Mittelmeer gekommen. Griechenland folgt mit knapp 28'000 Migranten. Von Januar bis Anfang November 2016 waren es knapp 338.000. Im Alborán-Meer - dem westlichsten Teil des Mittelmeeres - seien 13 Tote auf zwei Booten geborgen worden, 80 Menschen seien gerettet worden, teilte die spanische Seenotrettung auf Twitter mit.

Die meisten Menschen, die dieses Jahr Europa über den Seeweg erreichten, stammen laut IOM aus Afrika. Laut IOM sind bisher etwa 2000 Menschen beim Versuch der Überfahrt gestorben oder werden vermisst. Zuletzt starben mindestens 17 Migranten, die von Nordafrika aus die spanische Küste erreichen wollten. In der Straße von Gibraltar ertranken weitere vier Migranten, als ihr Boot unweit der andalusischen Küste kenterte.

Die Lage für die Migranten bleibt insbesondere auf den griechischen Inseln äußerst angespannt. Mehr als die Hälfte von ihnen verlor dabei auf dem Weg nach Italien das Leben, sagte ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) heute in Genf. Auf Samos und Lesbos seien in den vergangenen drei Monaten 11.000 Schutzsuchende gelandet. Angesichts des bevorstehenden Winters müsse dringend gehandelt werden, forderte das UNHCR.

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