Pakistan: Christin Asia Bibi aus Gefängnis entlassen

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In Pakistan eskaliert die Gewalt wegen des Freispruchs für die Christin Asia Bibi (53), die neun Jahre wegen vermeintlicher Gotteslästerung im Gefängnis saß. Der Dorfprediger schaltete sich ein, die fünffache Mutter wurde wegen Gotteslästerung angeklagt und schließlich zum Tode verurteilt.

Der Oberste Gerichtshof Pakistans hatte am Mittwoch vergangener Woche das Todesurteil gegen Bibi wegen Gotteslästerung aufgehoben. Der Fall hatte für internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Er fürchte um sein Leben und das seiner Familie. Daraufhin hatte die radikalislamische Gruppe Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP) landesweite Demonstrationen und Straßenblockaden organisiert, die tagelang anhielten.

Das teilte ihr Anwalt Saif-ul-Malook der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mit.

Brand sagte, obwohl die obersten Richter Asia Bibi Freiheit zugesprochen hätten, sei ihr Leben jetzt auf das Höchste bedroht.

Aasiya Noreen - hierzulande unter dem Namen Asia Bibi bekannt - ist eine in Pakistan lebende Christin, die 2006 wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wurde. Und ihr Ehemann bat in einem eindringlichen Appell westliche Staaten um Asyl für sich und seine Frau sowie für die fünf Kinder des Paares.

Bibis Ehemann sagte der Deutschen Welle, das Abkommen der Regierung mit den Islamisten habe ihn erschauern lassen. Auch er und die gemeinsamen Töchter seien nicht sicher und wechselten ständig ihren Aufenthaltsort. Seine Familie habe nichts mehr zu essen, weil sie ihr Versteck nicht verlassen könnten; im Hintergrund schwingt auch die Angst vor Vergiftung mit. Blasphemie gilt in dem islamisch geprägten Pakistan als Kapitalverbrechen. Schulen und Behörden blieben geschlossen. Rizvi hatte das soziale Netzwerk während der Proteste zur Verbreitung von Anweisungen verwendet. Am Mittwoch ging in dem Gefängnis in der Stadt Multan, in dem die Christin festgehalten wurde, dann aber eine Entlassungsanordnung ein, wie ein Gefängnisvertreter AFP sagte.

Um die tobende Menge zu stoppen, hat die pakistanische Regierung spät am Freitagabend einen Deal mit den Islamisten ausgehandelt. Nur durch das Abkommen konnte "die Situation gewaltlos gelöst werden", verteidigt Innenminister Fawad Chaudry den Pakt mit den Radikalen.

Der heute 51-jährige Christin Asia Bibi war vorgeworfen worden, sich bei einem Streit mit muslimischen Frauen in ihrem Dorf abfällig über den Propheten Mohammed geäußert zu haben. Den Demonstranten wurde Straffreiheit versprochen. In der Praxis werden darunter verächtliche Äußerungen und Taten gegen den Islam, den Koran und den Propheten Mohammed verstanden.

Vom Vorwurf der Blasphemie freigesprochen: Asia Bibi erhält jedoch weiterhin Morddrohungen.

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